Es ist zwei Uhr nachts, mitten auf der Obstplantage: Zwei Personen mit Stirnlampen und Scheinwerfern stehen an den Kirschbäumen. "Die haben sich hier alles angeschaut", vermutet Tobias Wicke, der zusammen mit seiner Frau in der Südpfalz Obst anbaut.
Wir gehen davon aus, dass die wieder kommen, wenn das Obst richtig reif ist.
Seit einigen Jahren wird bei den Wickes in großem Stil Obst geklaut. Bisher sind die Diebe noch nicht gefasst worden. Vor zwei Wochen haben die Obstbauern aus Hochstadt (Kreis Südliche Weinstraße) deswegen Wildkameras aufgehängt. Bei jeder Bewegung machen die Kameras ein Bild, die Wickes bekommen dann eine Benachrichtigung.
Der Plan der Obstbauern: Sobald ein Foto mit einer fremden Person darauf von der Wildkamera gemeldet wird, wollen sie die Polizei informieren und gleichzeitig selbst zum Feld fahren. Der Obstklau ist für Tobias Wicke schon lange keine Kleinigkeit mehr, erklärt er im Video:
Die Erntezeit beginnt und die Angst vor Dieben ist wieder da
Bei den Wickes beginnt nun die Erntezeit. Die ersten Kirschen und Pfirsiche sind reif. Das Obst verkauft die Familie als Direktvermarkter auf dem Wochenmarkt in Landau und auf ihrem Hof. Sie hoffen, dass sie dank der Kameras nicht schon wieder so stark beklaut werden wie im vergangenen Jahr. Da seien zum Beispiel innerhalb einer Nacht 80 Obstbäume der Apfelsorte Pinova auf einer Seite der Bäume abgeerntet worden. Rund 800 Kilo, für die die Wickes auf dem Markt etwa 2.000 Euro bekommen hätten.
Polizei bittet um Hinweise
Der Obstdiebstahl passiert übrigens nicht nur nachts, sondern auch tagsüber, wie andere Bilder der Wildkamera zeigen. Unter Verdacht stehen auch Erntehelfer von den benachbarten Gemüsefeldern, mutmaßen die Obstbauern.
Die Polizei ist informiert. "Die Bilder der Wildkameras nehmen wir in unsere interne Fahndung mit auf", sagen die Beamten in der zuständigen Polizeiinspektion Germersheim. Am Feld der Wickes wolle man jetzt öfters vorbeifahren. Außerdem hofft die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung.