Fast 100 Jahre alt ist die "Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht, Elisabeth Hauptmann und Kurt Weill - für die Theaterschaffenden ist sie aktueller denn je. Die Südpfälzer "Kulturinitiative Gleiszellen-Gleishorbach" bringt ab heute Abend das Theaterstück als Open-Air-Produktion auf die Bühne.
Besondere Aufführungsorte in der Südpfalz
Die "Dreigroschenoper" erzählt die Geschichte rund um Gangsterboss Mackie Messer, Bettlerkönig Peachum und den korrupten Polizeichef Brown. Es geht um Armut, Macht, Doppelmoral und eine Kritik an der bürgerlich-kapitalistischen Welt.
Die ersten Vorstellungen in der Südpfalz sind in der Landauer Innenstadt. Später im Sommer folgen noch Aufführungen vor zwei ungewöhnlichen Kulissen: auf der Burg Landeck und vor dem Schloss in Bad Bergzabern (beides Kreis Südliche Weinstraße).
Dreigroschenoper in der Südpfalz-Edition
Besonders an der Südpfälzer "Dreigroschenoper" ist die Vorgeschichte, die sich die Kulturinitiative ausgedacht hat. Vor dem eigentlichen Stück wird ein Stationentheater aufgeführt. Da wird gezeigt, wie die Hauptfiguren rund um Mackie Messer sich zu den Figuren entwickelt haben, die sie geworden sind. Die Kulturinitiative schreibt: "Während bei Brecht die Figuren keine emotionale Entwicklung durchmachen, sind sie im Vorspiel noch auf der Suche nach ihrem philosophischen Kern." Besonders die Frage nach der Natur des Mitleids werde erforscht, denn nur wenn man das Mitleid ordentlich ergründet hat, kann man auch Profit daraus ziehen.
Auf der Bühne stehen neben anderen Brigitte Urhausen, die auch im saarländischen Tatort mitspielt und Schauspieler Daniel Minetti. Die Musikalische Leitung hat der Südpfälzer Musiker Adrian Rinck.
Für alle Aufführungen gibt es noch Karten. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen nichts. Die "Dreigroschenoper" ist Teil des Kultursommers Rheinland-Pfalz.