IHKs der Metropolregion stellen Studie vor

Wie gut Unternehmen der Metropolregion Rhein-Neckar Wirtschaftskrisen trotzen

Corona-Krise, hohe Energiepreise, der Ukraine-Krieg und US-Zölle - die Wirtschaft in der Metropolregion Rhein-Neckar muss gerade mit vielen Herausforderungen umgehen. Aber kann sie das auch? Eine neue Studie soll Antworten geben.

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Von Autor/in Nicoletta Prevete

In Auftrag gegeben haben die Studie die Industrie- und Handelskammern in der Metropolregion Rhein-Neckar, die nach eigenen Angaben insgesamt die Interessen von 160.000 Unternehmen vertreten. Basis für die Studie waren allerdings nur eine exemplarische Befragung von 400 Unternehmen und verschiedene Expertengespräche.

Wie gut widersteht die regionale Wirtschaft Krisen?

Rauskriegen wollten die Macher der Studie, wie resilient die Unternehmen in Krisenzeiten sind - also wie widerstandsfähig. Trotzen sie den Krisen und machen was draus, oder stecken sie den Kopf in den Sand und lassen es laufen?

Das Ergebnis: In der Metropolregion Rhein-Neckar sind die Firmen eigentlich gut aufgestellt, um auch in Krisenzeiten klar zu kommen. Basis dafür sind zum Beispiel eine gute Infrastruktur, viele Hochschulen und Forschungsinstitute. Negativ zu Buche schlägt aber beispielsweise das ewige Thema der maroden Rheinbrücken oder der klammen kommunalen Kassen.

Blick über den Rhein auf das Industriegelände der BASF

Studie: Mehr Branchen in der Metropolregion wären gut

Nicht so gut abgeschnitten hat die Region auch bezüglich des Branchenmixes. Das sei ein guter Indikator dafür, ob ein Wirtschaftsraum gut durch Krisen kommt, so die Studienmacher. In der Metropolregion Rhein-Neckar fokussiert man sich eben sehr auf die Chemiebranche und auf den Automobil-Bereich. Gut sei allerdings die Mischung aus großen, mittleren und kleinen Unternehmen - daraus könne man sicher noch mehr Kapital schlagen, so die Macher der Studie.

Metropolregion Rhein-Neckar: Studie sieht Potenzial in Medizintechnik

Generell müsse man einfach mehr aus dem machen, was schon an Gutem da ist - so die Handlungsempfehlung der Studie und der IHKs in der Metropolregion. So könnten etwa aus den vielen Kliniken auch Unternehmen der Medizintechnik entstehen.

Potential: Neue High-Tech-Firmen Marke Hochschule

Und aus den Hochschulen könnten deutlich mehr High-Tech-Firmen hervorgehen. Die Region verfüge über viele, exzellente Universitäten und Hochschulen und auch Forschungsinstitute. Doch das schlage sich zu wenig in Firmengründungen und Patentanmeldungen nieder. so ein Ergebnis der Studie.

Eine Perspektive für 400 Leiharbeiter bei Mercedes in Rastatt
Die Metropolregion Rhein-Neckar wird auch von der Autoindustrie bestimmt picture alliancedpa Uli Deck

Die Innovationsfähigkeit sei aber eine Schlüsselkompetenz einer Wirtschaftsregion, will sie Krisen trotzen und daraus sogar wachsen, so die Studienmacher und die IHKs. "Warum bleibt die Innovation nicht hier bei uns in der Region?", fragt daher auch Albrecht Hornbach, Präsident der IHK Pfalz. Die Akteure müssten miteinander vernetzt und Standortbedingungen verbessert werden, so Hornbach.

Hilft gegen Wirtschaftskrise: Weniger Bürokratie, mehr Innovation

Dazu gehören seiner Meinung nach auch unbedingt schnellere Genehmigungsverfahren für Unternehmensansiedlungen. Außerdem würden die IHKs in Zusammenarbeit mit dem Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar auch über einen Innovationsfonds nachdenken, den Unternehmen füllen könnten, um High-Tech-Firmen den Weg zu ebnen.

Unternehmen in der Metropolregion Rhein-Neckar sehen Zukunft düster

Nötig sind all diese Maßnahmen dringend: Denn die Befragung der 400 exemplarisch herausgepickten Unternehmen zeigt - die meisten schauen anlässlich des Zollkriegs und anderer aktueller Herausforderungen pessimistisch in die Zukunft. Für 2030 prognostizierten die meisten Unternehmen extrem sinkende Umsätze und auch sinkende Mitarbeiterzahlen.

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