Nach dem Amokalarm vergangene Woche an einer Schule in Ludwigshafen-Mundenheim ist bekannt geworden, dass Polizei und Feuerwehr seit Jahren regelmäßig dort Einsätze haben. Der Mannheimer Morgen hatte darüber zuerst berichtet.
Insgesamt hatte es nach Angaben der Polizei im Zusammenhang mit der Schule in den vergangenen Jahren fast 120 Anzeigen gegeben, rund die Hälfte wegen Körperverletzung.
Die Feuerwehr rückte ebenfalls oft aus. Wie die Schuldezernentin Cornelia Reifenberg (CDU) auf SWR-Anfrage mitteilte, hat es bereits in diesem Jahr zehn Einsätze der Feuerwehr gegeben. Es komme immer wieder vor, dass ohne ersichtlichen Grund Feueralarm ausgelöst wurde.
16-Jährige mit Messer im Lehrerzimmer
Der gravierendste Vorfall war die Messerattacke einer damals 16-jährigen Schülerin gegen eine Lehrerin im Mai dieses Jahres. Sie war mit dem Messer ins Lehrerzimmer eingedrungen. Laut Landgericht Frankenthal geht die Staatsanwaltschaft von Schuldunfähigkeit aus und hat beantragt, die mittlerweile 17-Jährige in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Bei der Tat geht die Staatsanwaltschaft von versuchtem Totschlag aus.
Minister Teuber besucht Schule
Am Mittwoch besuchte der rheinland-pfälzische Bildungsminister Sven Teuber (SPD) die Karolina-Burger-Realschule plus, um sich ein Bild zu machen. Der Aufsichtsbehörde ADD sind nach eigenen Angaben die Probleme an der Schule bekannt.
War es ein Fehlalarm? Polizeieinsatz an Schule in Ludwigshafen vorbei: Keine Person mit Messer
Der Polizeigroßeinsatz an einem Schulzentrum in Ludwigshafen-Mundenheim ist beendet. Nach Polizeiangaben konnte keine mit einem Messer bewaffnete Person gefunden werden.
Fäkalienschmierereien in der Schule
An der Schule gibt es auch Probleme mit Vandalismus, um die sich die Stadt kümmere. Insbesondere in den Sanitärräumen. Hier reichten die Schäden von beschädigten Armaturen, Waschbecken und Toiletten bis hin zu Fäkalienschmierereien an Wänden, Böden und Möbeln.
Die Behörde teilte dem SWR mit, sie stehe im engen Austausch mit der Schulleitung, den Vertretern der Lehrer, der Stadt Ludwigshafen und dem Bildungsministerium.
Teuber: Null Toleranz für Gewalt und Mobbing
Drei Stunden lang sprach Teuber am Mittwoch mit der zuständigen Bürgermeisterin, der Schulleitung und Vertretern der Aufsichts- und Direktionsbehörde. "Aus unserer Sicht ist es gut, dass man miteinander in Kommunikation steht. Wir arbeiten hier mit Kindern und der Arbeitsschutz muss gewährleistet sein", sagte Teuber im Nachgang dem SWR.
"Es gibt null Toleranz für Gewalt oder Mobbing und Rassismus, der hier empfunden und erlebt wird", so Teuber weiter. Man habe mit der Schule konkrete Prozesse vereinbart, um die hohe Belastung herunterzuschrauben. Worum es sich dabei konkret handelt, sagte Teuber nicht.
Schüler berichten von schlimmen Zuständen
Schülerinnen und Schüler bestätigten indes die schlimmen Zustände an der Schule: Manch ein Schüler habe Schlagringe, Messer oder sogar Teleskopstöcke dabei, auch Schlägereien stehen auf der Tagesordnung, berichten die Jugendlichen. Ein jüngerer Schüler erzählte, dass er eigentlich jeden Tag Angst in der Schule hat.