Zuzahlungen erneut gestiegen

Pflegeheim immer teurer: So viel kostet ein Platz in Rheinland-Pfalz mittlerweile

Für Pflegebedürftige werden die finanziellen Belastungen im Pflegeheim immer höher. Und dabei schneidet Rheinland-Pfalz im bundesweiten Vergleich gar nicht mal schlecht ab.

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Trotzdem: Die Pflege im Heim ist für Bewohnerinnen und Bewohner auch in Rheinland-Pfalz noch teurer geworden. Wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen ergab, waren am 1. Juli demnach in Rheinland-Pfalz im ersten Aufenthaltsjahr durchschnittlich 3.051 Euro im Monat zu überweisen - 127 Euro mehr als zum 1. Juli vergangenen Jahres, wie die der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Daten zeigen. 

Wie sind die Kosten für ein Pflegeheim in anderen Bundesländern?

Bundesweit lagen die Zuzahlungen im Schnitt bei 3.108 Euro. Regional gibt es weiter aber große Unterschiede. Hier einige Beispiele:

  • Bremen 3.449 Euro
  • Nordrhein-Westfalen 3.427
  • Saarland 3.403 Euro
  • Baden-Württemberg 3.400
  • Hessen 3.026
  • Niedersachsen 2.785 Euro
  • Mecklenburg-Vorpommern 2.752 Euro. 
  • Sachsen-Anhalt 2.595 Euro
Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

Kosten zu Jahresbeginn gestiegen Teure Pflegeheime: In BW und RLP zahlt man mehr als der Bundesdurchschnitt

Ein Platz im Pflegeheim ist teuer. Die Eigenbeteiligung ist mit Jahresbeginn nochmal gestiegen. In BW und RLP ist es außerdem noch teurer als im bundesweiten Durchschnitt.

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In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. Für Bewohnerinnen und Bewohner im Heim kommen noch Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Einrichtungen und Ausbildungskosten hinzu.

Je länger in Pflege, um so niedriger die Zuzahlung für ein Pflegeheim

Bei den selbst zu zahlenden Summen kommt es auf die Aufenthaltsdauer an. Danach richten sich die Entlastungszuschläge, die Pflegebedürftige neben den Leistungen der Pflegekassen bekommen.

Der Eigenanteil für die reine Pflege wird damit im ersten Jahr im Heim um 15 Prozent gedrückt, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent. Ab dem vierten Jahr sind es 75 Prozent. 

Verband und Patientenschutz: Länder müssen Verpflichtungen erfüllen

Die Chefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, sagte, die Belastungen seien in dieser Größenordnung nicht mehr zumutbar. Die Länder müssten einen höheren Anteil der Kosten übernehmen. Allein die Übernahme der Investitionskosten würde Heimbewohner monatlich im Schnitt um 507 Euro entlasten.

Die 41.000 Pflegeheimbewohner in Rheinland-Pfalz ersticken unter der Kostenlawine.

Auch der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, forderte eine stärkere Kostenübernahme durch die Bundesländer. Allein in den letzten drei Jahren seien die Eigenanteile in den ersten zwölf Monaten nach Einzug in ein Pflegeheim um 30 Prozent gestiegen. 

Die 41.000 Pflegeheimbewohner in Rheinland-Pfalz erstickten unter der Kostenlawine, sagt Brysch. Deshalb sei die Landesregierung gefordert, "endlich ihrer Finanzierungspflicht nachzukommen und die Ausbildungs- sowie Investitionskosten vollständig zu übernehmen".

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SWR