Standort ist finanziell angeschlagen

Krankenhaus Boppard: Stadtrat beschließt Millionenunterstützung

Ein großer Schritt zur Rettung: Die Stadt Boppard will das Krankenhaus in Boppard erhalten. Sie unterstützt es deswegen in den kommenden beiden Jahren mit bis zu zwei Millionen Euro.

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Von Autor/in Constantin Pläcking

Die finanzielle Unterstützung hat der Stadtrat Boppard am Montagabend einstimmig beschlossen. Dem müssen aber noch der Landkreis Mayen-Koblenz und die Stadt Koblenz zustimmen. Erst wenn Stadtrat und Kreistag Anfang März den Beschluss genehmigen, ist der Deal in "trockenen Tüchern".

Das Krankenhaus in Boppard ist in den vergangenen Monaten immer wieder in den Schlagzeilen gewesen. Es gehört zum finanziell angeschlagenen Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein (GKM). Der Standort mache Verluste, heißt es.

Außerdem liegt das Krankenhaus nicht im Gebiet der Hauptgesellschafter des GKM, dem Kreis Mayen-Koblenz und der Stadt Koblenz. In den vergangenen anderthalb Jahren hatte bereits der Rhein-Hunsrück-Kreis zusammen mit der Stadt Boppard das Krankenhaus unterstützt. Während sich der Kreis aus den Verhandlungen zurückgezogen hatte, ist die Stadt Boppard alleine in die Verhandlungen gezogen.

Belegschaft glücklich über den Beschluss

Im Vorfeld der Stadtratssitzung hatte eine Delegation der Belegschaft des Krankenhauses vor dem Rathaus in Boppard für den Erhalt demonstriert. Mit Freunden und Unterstützern waren rund 150 Menschen am Montagabend zu der Stadtratssitzung gekommen. Sie zeigten sich im Anschluss erleichtert und glücklich über die Unterstützung des Stadtrats Boppard. "Wir sind so happy", sagte die Betriebsratsvorsitzende des Krankenhauses in Boppard, Bärbel Friedrich.


Die Belegschaft hatte immer wieder an die Verantwortlichen appelliert, nicht nur die Finanzen im Blick zu haben, sondern auch an die Gesundheitsversorgung und die Menschen vor Ort zu denken.

Schild mit der Aufschrift "Krankenhausschließung betrifft auch dich"

Schließung des Standorts eigentlich schon beschlossen

Die Gesellschafterversammlung des Gemeinschaftsklinikums hatte eigentlich schon die Schließung des Standorts Boppard beschlossen, aber der Stadt Boppard noch Zeit für Verhandlungen gegeben. Nach dem Beschluss des Stadtrats in Boppard muss die Schließung noch formell zurückgenommen werden.

Der Koblenzer Oberbürgermeister David Langner (SPD) zeigte sich im Gespräch mit dem SWR optimistisch, dass es zu so einem Beschluss kommen wird.