Die DB InfraGO plant während der siebenmonatigen Sperrung der Siegstrecke ab dem 11. Dezember mehrere umfangreiche Maßnahmen: Das hat der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV) am Mittwoch mitgeteilt. Die Bahn will demnach 24 Kilometer Gleise erneuern und 20 Weichen modernisieren. Darüber hinaus sollen drei Eisenbahnbrücken und zwei kleinere Straßenbrücken erneuert werden.
Auch Bahnhöfe an der Siegstrecke werden saniert
Auch an den Bahnhöfen entlang der Strecke soll gearbeitet werden: Geplant sind Bahnsteigverlängerungen an drei Bahnhöfen, die vollständige Erneuerung des Bahnhofs Eiserfeld sowie die Fertigstellung der bereits begonnenen Stationsarbeiten im Bahnhof Brachbach. Ergänzend dazu sollen mehrere Bahnübergänge erneuert, Felshänge gesichert, sowie die Leit- und Sicherungstechnik überarbeitet werden. Zudem stehen Prüfungen an Tunneln und weiteren Brücken an.
Die DB InfraGO habe sehr klar formuliert, dass in den kommenden Jahren massiv in die Infrastruktur der Siegstrecke investiert werden muss, sagt Thorsten Müller, der Verbandsdirektor des SPNV-Nord. "Natürlich versuchen alle Beteiligten, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten – Einschränkungen lassen sich aber leider nicht vermeiden."
Pläne bis 2033 für die Siegstrecke
Parallel dazu laufen die Vorbereitungen, um den neuen Verkehrsvertrag umzusetzen, der seit Dezember 2025 gilt und bis 2033 läuft. Die DB Regio AG wird weiterhin den Rhein-Sieg-Express (RE 9) betreiben und in Brachbach, Kirchen, Betzdorf, Wissen und Au (Sieg) halten. Der Vertrag sieht dort den Einsatz moderner Doppelstockzüge mit Lokomotiven der Baureihe 147 vor, die mehr Kapazität bieten. Zudem gibt es erweiterte Fahrpläne mit zusätzlichen Verbindungen am Abend und an Wochenenden.
Langfristige Planung bis 2040
Auch über 2033 hinaus gibt es bereits Pläne für die Siegstrecke. Eine mögliche Aufteilung des RE 9 in schnellere und langsamere Zugteile wurde nach Angaben des SPNV-Nord aber verworfen. Stattdessen bleibt die bisherige Linienführung erhalten, bei der der Zug ohne Trennung von Köln bis Siegen fährt.
Um die Kapazität zu erhöhen, sind aber Bahnsteigverlängerungen entlang der Strecke geplant. Ein zweispuriger Ausbauten der Strecke, der den Verkehr langfristig entlasten könnten, ist aber frühestens ab den 2040er-Jahren realistisch, heißt es vom Zweckverband.