Nach Angaben der Firma Energyminer handelt es sich dabei um das weltweit erste Schwarmkraftwerk. Es soll demnach rund zwei Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Die Genehmigung für das Projekt hat die Firma Eneryminer bereits im vergangenen Jahr erhalten. Am Donnerstag wurde zusammen mit der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Katrin Eder (Grüne) groß in St. Goar gefeiert.
Bereits drei Strömungsturbinen in St. Goar im Einsatz
Aktuell schwimmen bereits drei Strömungsturbinen - sogenannte Energyfische - im Rhein vor St. Goar. Im Laufe des Jahres sollen nach und nach weitere Turbinen dazu kommen, bis am Ende insgesamt 124 davon im Rhein liegen. Die rund 180 Kilo schweren Maschinen sind im Flussbett verankert und nur ein kleiner Teil davon ist von außen zu sehen.
Die Strömungsturbinen nutzen laut Unternehmensangaben die Fließgeschwindigkeit des Wassers zur Stromgewinnung. So sei kein Eingriff in den Fluss nötig - das Biotop bleibe erhalten. Nach den Erkenntnissen einer jüngst veröffentlichten Studie stellen die Turbinen auch keine Gefahr für Fische dar. Umweltministerin Eder sagte dazu: "Das ist genau der Weg, den wir in Rheinland-Pfalz gehen wollen. Erneuerbare Energien im Einklang mit der Natur."
Strom soll im März ins Netz eingespeist werden
Wie Natalie Rojko aus der Geschäftsleitung von Energyminer gegenüber dem SWR erklärte, verlief die Testphase mit den drei Energyfischen erfolgreich. Seit dem Einsetzen im Sommer 2025 seien die Systeme technisch optimiert und umfangreiche Daten gesammelt worden. Im Laufe des März soll der von ihnen produzierte Strom dann auch ins öffentliche Netz eingespeist werden.
Dabei kann die Firma Energyminer auf die Infrastruktur der mittlerweile insolventen Mittelrheinstrom-Gesellschaft zurückgreifen, die mit ähnlichen Plänen am Standort gescheitert war. Auch sie hatten versucht, mithilfe der Rheinströmung Strom zu produzieren. Die Turbinen, die sie im Einsatz hatten, waren jedoch wesentlich größer als die Energyfische.
Weitere Schwarmkraftwerke in RLP geplant
Die Firma Energyminer ist überzeugt von ihrem Produkt, das sie als vielseitig einsetzbar, hochwasserresistent und wartungsarm bezeichnet. Neben dem Schwarmkraftwerk in St. Goar plant das Unternehmen auch noch weitere Standorte in Rheinland-Pfalz anzugehen. Um diese zu betreuen, soll eine Zweigstelle mit mehreren Beschäftigten in St. Goar aufgebaut werden.
Der Stadtbürgermeister von St. Goar, Falko Hönisch (SPD), hofft, dass das Projekt Erfolg hat. Er befürwortet die Stromgewinnung am Rhein und würde sich eine bessere Lobby für die Wasserkraft wünschen: "Jede Sekunde, 365 Tage Tage im Jahr, fließt da Energie an uns vorbei - es wäre schade, wenn wir die nicht nutzen könnten."