Restaurantbesitzer, Winzer, Touristen und Einheimische - sie alle warten darauf, dass der Ahr-Radweg fertig wird. Im August soll es an der Mittelahr soweit sein. Nach Angaben des Landesbetriebs Mobilität (LBM) sind die Arbeiten auf der Strecke zwischen Laach und Walporzheim auch schon weit fortgeschritten - aber eben noch nicht abgeschlossen.
Ahr-Radweg ist deutlich sichtbar abgesperrt
Der neue Ahr-Radweg ist deshalb noch gesperrt, mit großen Warnbaken und Absperrgittern. Trotzdem kommt es laut der zuständigen Baufirma regelmäßig vor, dass Menschen auf dem Fahrrad den Weg nutzen, an den Absperrungen vorbeifahren oder sie teilweise sogar zur Seite räumen.
Das bestätigt auch eine Radfahrerin aus Dernau. Sie möchte anonym bleiben. Die Frau sagt, sie sei fast täglich mit dem Fahrrad zwischen ihrem Heimatort und Bad Neuenahr-Ahrweiler unterwegs. Sie selbst fahre immer auf der Bundesstraße. Auch wenn das besonders am Wochenende gefährlich sei, weil dann viele Menschen mit Autos und Motorrädern ins Tal kämen.
Die Dernauerin erzählt, dass sie besonders von Touristen schon oft gefragt worden sei, ob der Ahr-Radweg wieder genutzt werden könne: "Wenn ich nein sage, lassen es die meisten", berichtet sie. "Aber manchen ist das auch egal. Die fahren dann trotzdem rein."
LBM: "Bauarbeiten könnten sich verzögern"
Die zuständige Baubehörde das Landes mahnt, dass überall auf dem Abschnitt des Radwegs noch gebaut werde. "Da liegen Maschinen herum, es gibt viele unebene Stellen auf dem Weg oder es werden große Teile transportiert. Dort zu fahren, ist einfach gefährlich", sagt LBM-Sprecherin Birgit Tegeder.
Außerdem könnten sich die Bauarbeiten verzögern, wenn der frische Asphalt zu früh benutzt werde, sagt Tegeder: "Wenn da Spurrillen reingefahren werden, können wir mit dem Asphaltieren wieder von vorne beginnen."
Radbrücken über die Ahr werden noch eingesetzt
Der Ahr-Radweg soll an der Mittelahr zwischen den Orten Laach und Walporzheim im August freigegeben werden. Dafür laufen die Arbeiten laut LBM an mehreren Streckenabschnitten und auf insgesamt sieben Brücken parallel. Die Baufortschritte seien dabei sehr unterschiedlich: "Während beispielsweise bei Dernau momentan noch Stützwände entlang der Bahnstrecke gesetzt werden, laufen an anderen Abschnitten schon die Asphaltarbeiten", erklärt die LBM-Sprecherin.
Die Strecke an der Mittelahr ist im August allerdings noch nicht komplett fertig. Auf dem Abschnitt zwischen Rech und Dernau wird zurzeit eine Ersatzroute geplant. Denn dort soll der eigentliche Radweg noch bis Frühjahr 2027 als Baustraße - unter anderem für Arbeiten am Ahrufer - genutzt werden.
Wiederaufbau des Ahr-Radwegs wird noch dauern
An der Oberahr ist der Radweg zwischen Blankenheim in Nordrhein-Westfalen und Fuchshofen in Rheinland-Pfalz durchgängig befahrbar. Dann wird er bis Schuld über die Landstraße geführt, anschließend ist er bis Ahrbück wieder vollständig hergestellt und kann genutzt werden. Von Ahrbrück bis Laach wird der Wiederaufbau der Strecke laut LBM voraussichtlich noch länger dauern, da bei Laach eine Brücke über die Ahr fehlt und am Bahnhof Altenahr noch eine große Stützwand gebaut werden muss.
Der Landesbetrieb Mobilität und auch die Tourist-Information empfehlen, die unfertigen Streckenabschnitte des Radwegs mit der Ahrtalbahn oder auch mit Radbussen zurückzulegen. Die Ahrtalbahn fährt zweimal in der Stunde, die Busse werden von April bis November mehrmals täglich eingesetzt.