Die Korridorsanierung der rechtsrheinischen Bahnstrecke ist ein Mammutprojekt: 600 Einzelmaßnahmen sind geplant. Und das innerhalb von fünf Monaten. Dafür sind laut Bahn täglich bis zu 2.350 Mitarbeitende und 340 Baumaschinen im Einsatz. Koordiniert wird das Ganze von Gesamtprojektleiter Frank Schmidt. Er sagt, erschwerend komme hinzu, dass das Mittelrheintal eng ist.
Schwierige Baustellen zwischen Fluss, Bundesstraße und Weinbergen
Denn Fluss, Bundesstraße, Gleise und Weinberge oder Felshänge liegen hier dicht nebeneinander. Die Herausforderung für die Bahn: Baustellen einzurichten, auf denen Schwellen, Gleise, Schotter und Weichen gelagert werden können. "Wir haben 360 Baustellen eingerichtet. Eine der größten ist die in Neuwied-Engers", erklärt Frank Schmidt von der Bahn. Hier wird beispielsweise Aushubmaterial gelagert, sortiert, auf mögliche Belastungen getestet und dann aufbereitet oder entsorgt.
Spektakuläre Signalerneuerung
Weil es im Tal so eng ist, sollen alte Signale aus der Luft ersetzt werden. Dafür fliegt ein Helikopter die alten Teile weg und setzt die neuen Signale neben oder im Gleisbett ab, wo sie anschließend verschraubt werden. Allerdings darf er dabei keine Flüsse oder Straßen überfliegen. "Das ist kostengünstiger, als die Signale per Lkw anzufahren und mit dem Kran abzuladen und zu befestigen. Der Helikopter braucht dafür ein Zehntel der Zeit, die das mit Lkw und Kran kosten würde", sagt Schmidt.
Bahnhöfe werden saniert, Felshänge werden gesichert
Während der Korridorsanierung werden auch insgesamt 36 Bahnhöfe erneuert. "Sie sollen attraktiver und teilweise auch barrierefrei ausgebaut werden" sagt Gesamtprojektleiter Frank Schmidt. Sie bekommen einen einheitlichen Anstrich, rund 180 Meter lange Bahnsteige und neue Unterführungen.
Außerdem werden entlang der Strecke acht Stützwände erneuert und sieben Felshänge gesichert, um Hangrutsche zu verhindern. Auch zehn Brücken werden modernisiert und 160 Weichen erneuert.
Sicherheit hat oberste Priorität
Bei allen Baumaßnahmen hat Sicherheit die oberste Priorität, sagt der Projektleiter. Denn auch wenn der Güter- oder Passagierzugverkehr eingestellt wird, werden laut Frank Schmidt immer wieder mal Baufahrzeuge über die rechte Rheinseite fahren, teils um die Baustellen mit Material zu beliefern.
Und auch Züge, die Firmen mit Gleisanschluss auch während der laufenden Bauarbeiten beliefern, werden dort weiterhin unterwegs sein. Deshalb warnt Frank Schmidt davor auf die Idee zu kommen, über die Gleise zu spazieren. Das könne lebensgefährlich sein.
Komplettsperrung von Troisdorf nach Wiesbaden Bahnsanierung am Mittelrhein: Das erwartet Reisende ab Mitte Juli
Fünf Monate lang wird die Bahnstrecke auf der rechten Rheinseite ab Juli saniert und dafür gesperrt. Deshalb informiert die Bahn jetzt Anwohner und Fahrgäste am Mittelrhein, was auf sie zukommt.
Ersatzbusse fahren überall
Fahrgäste müssen während der Bauarbeiten zwischen dem 10. Juli und dem 12. Dezember mit Einschränkungen rechnen. Damit sie trotzdem ihr Ziel erreichen, hat die Bahn nach eigenen Angaben 600 Busfahrerinnen und Busfahrer rekrutiert und mehr als 180 Busse im Einsatz. Die sollen im Halbstundentakt von morgens bis spätabends fahren. "Ich bin optimistisch dass der Ersatzverkehr reibungslos funktioniert. Insbesondere für den Schülerverkehr nach den Ferien", so Schmidt.