Die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz hat gleich mehrere Leute damit beauftragt, ein sogenanntes Klimaanpassungskonzept zu erstellen: Drei Klimamanagerinnen und vier Planungsbüros sollen die Region auf die veränderten Klimaverhältnisse vorbereiten. Zunächst ist die Vorgehensweise demnach, in den Städten und Gemeinden im Kreis Hotspots zu suchen, die vom Klimawandel besonders betroffen sind. Dabei setzen die Planer auch auf Hinweise aus der Bevölkerung.
Heißester Landkreis im nördlichen Rheinland-Pfalz
Federführend für das Projekt ist Martin Berchtold. Er ist Professor an der Universität Kaiserslautern und Stadtplaner. Bei der Bestandsaufnahme untersucht er mit seinen Kolleginnen und Kollegen unter anderem, wo es im Sommer besonders heiß wird und wo es bei Starkregen zu Überflutungen kommen kann.
Erste Daten zeigen, dass es im Kreis Mayen-Koblenz noch viel zu tun gibt. Berchtold verweist auf eine Klimakarte, auf der der Kreis Mayen-Koblenz dunkelrot eingezeichnet ist. Das bedeutet, im Sommer gibt es besonders viele Orte, an denen es zu oft sehr heißt wird.
Mehr Grün auf Schulhöfen
Schon jetzt sehen die Experten viel Potential für Verbesserungen, zum Beispiel an den Schulen im Kreis Mayen-Koblenz. Denn auf den Schulhöfen überwiegen meistens Beton und Asphalt. Hier könnten Bäume gepflanzt und Grünflächen angelegt werden. Schulen seien deshalb besonders interessant, sagt Berchtold, weil die öffentliche Hand in der Regel direkten Zugriff darauf habe. Außerdem gebe es rund um die Schulgebäude viele freie Flächen. "Leider wurden diese in der Vergangenheit oft sehr versiegelt," so der Wissenschaftler.
Ein weiterer Vorschlag des Konzepts: An den vielen Wirtschaftswegen entlang von Feldern sollen Bäume gepflanzt werden. Sie sollen Spaziergänger und Radfahrer vor der sengenden Sommerhitze schützen.
Kreis Mayen-Koblenz sammelt Wünsche aus der Bevölkerung
An der Informationsveranstaltung nahmen mehr als 100 Menschen teil, unter anderem auch Kommunalpolitiker und Verwaltungsmitarbeiter. In zwei Wochen schalten die Klimaanpassungsmanagerinnen der Kreisverwaltung ein Formular auf ihrer Homepage frei, auf dem jeder Hinweise geben und Wünsche formulieren kann.