Angeklagt sind laut Generalstaatsanwaltschaft acht Männer und eine Frau im Alter zwischen 33 und 57 Jahren. Sie sollen sich durch Phishing und Abofallen Kreditkartendaten verschafft haben - und das von mehr als drei Millionen Menschen aus 193 Ländern. Der Schaden liegt demnach bislang bei mehr als 260 Millionen Euro.
Online-Betrug und Geldwäsche Weltweit Razzien gegen Cyber-Betrüger - Ausgangspunkt Westerwald
Die Dimension dieses Falls lässt selbst erfahrene Ermittler mit dem Kopf schütteln: In einer gemeinsamen Aktion sind die Behörden weltweit gegen Online-Betrüger vorgegangen - auch in RLP und BW.
Abonnements über Fake-Internetseiten abgeschlossen
Mit den Kreditkartendaten sollen sie in der Zeit von 2016 bis 2021 gemeinsam mit weiteren Personen mehr als 18 Millionen Abonnements über eigens dafür betriebene Fake-Internetseiten generiert haben. Die monatlichen Beträge sollen bewusst niedrig gehalten und verschleiert worden sein, sodass die Abbuchungen häufig nicht auffielen, heißt es.
Sechs Angeklagte befinden sich derzeit in U-Haft. Gegen einen Angeschuldigten sei der Haftbefehl ausgesetzt worden, ein weiterer befinde sich derzeit in Kanada. Die Generalstaatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben einen Auslieferungsantrag gestellt.
Fünf Jahre Ermittlungen bis zur Razzia
Internationale Ermittler hatten im vergangenen Jahr bei einer groß angelegten Razzia gegen das weltweite Netzwerk von Cyber-Betrügern 29 Wohnungen und Häuser in Deutschland und in anderen Ländern durchsucht - darunter auch in Rheinland-Pfalz. Von den neun Angeklagten war den Angaben zufolge einer in Rheinland-Pfalz wohnhaft, zwei stammen aus Rheinland-Pfalz und zwei involvierte Gesellschaften haben hier ihren Sitz.
Laut der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft Koblenz lag der Ursprung der insgesamt fünfjährigen Ermittlungen in Montabaur im Westerwald. Dort hatte einer der Beschuldigten seinen Wohn- oder Firmensitz, genauer wollte sich die Behörde dazu nicht äußern.
Anklage unter anderem wegen Computerbetrugs und Geldwäsche
Die Generalstaatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten Computerbetrug, Geldwäsche und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Jetzt muss das Landgericht in Koblenz entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird.