Millionen Kreditkartenkunden abgezockt

Anklage in Koblenz wegen Cyberbetrugs: Mehr als 260 Millionen Euro Schaden

Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat Anklage wegen bandenmäßiger Geldwäsche gegen neun Beschuldigte erhoben. Sie sollen als Teil eines internationalen Netzwerks Kreditkarteninhaber betrogen haben.

Teilen

Stand

Angeklagt sind laut Generalstaatsanwaltschaft acht Männer und eine Frau im Alter zwischen 33 und 57 Jahren. Sie sollen sich durch Phishing und Abofallen Kreditkartendaten verschafft haben - und das von mehr als drei Millionen Menschen aus 193 Ländern. Der Schaden liegt demnach bislang bei mehr als 260 Millionen Euro.

Bei einer internationalen Cybercrime-Razzia hat das Bundeskriminalamt 18 Festnahmen gemeldet. Die Verdächtigen sollen Kreditkarten-Daten genutzt haben, um über professionelle Scheinwebseiten monatliche Beträge abzubuchen.

Online-Betrug und Geldwäsche Weltweit Razzien gegen Cyber-Betrüger - Ausgangspunkt Westerwald

Die Dimension dieses Falls lässt selbst erfahrene Ermittler mit dem Kopf schütteln: In einer gemeinsamen Aktion sind die Behörden weltweit gegen Online-Betrüger vorgegangen - auch in RLP und BW.

SWR Aktuell am Mittag SWR Aktuell

Abonnements über Fake-Internetseiten abgeschlossen

Mit den Kreditkartendaten sollen sie in der Zeit von 2016 bis 2021 gemeinsam mit weiteren Personen mehr als 18 Millionen Abonnements über eigens dafür betriebene Fake-Internetseiten generiert haben. Die monatlichen Beträge sollen bewusst niedrig gehalten und verschleiert worden sein, sodass die Abbuchungen häufig nicht auffielen, heißt es.

Sechs Angeklagte befinden sich derzeit in U-Haft. Gegen einen Angeschuldigten sei der Haftbefehl ausgesetzt worden, ein weiterer befinde sich derzeit in Kanada. Die Generalstaatsanwaltschaft hat nach eigenen Angaben einen Auslieferungsantrag gestellt.

Fünf Jahre Ermittlungen bis zur Razzia

Internationale Ermittler hatten im vergangenen Jahr bei einer groß angelegten Razzia gegen das weltweite Netzwerk von Cyber-Betrügern 29 Wohnungen und Häuser in Deutschland und in anderen Ländern durchsucht - darunter auch in Rheinland-Pfalz. Von den neun Angeklagten war den Angaben zufolge einer in Rheinland-Pfalz wohnhaft, zwei stammen aus Rheinland-Pfalz und zwei involvierte Gesellschaften haben hier ihren Sitz.

Laut der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft Koblenz lag der Ursprung der insgesamt fünfjährigen Ermittlungen in Montabaur im Westerwald. Dort hatte einer der Beschuldigten seinen Wohn- oder Firmensitz, genauer wollte sich die Behörde dazu nicht äußern.

Anklage unter anderem wegen Computerbetrugs und Geldwäsche

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten Computerbetrug, Geldwäsche und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vor. Jetzt muss das Landgericht in Koblenz entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird.

Rheinland-Pfalz
Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin Weißer Ring, lächelt in die Kamera.

Bundesgeschäftsführerin Weißer Ring Bianca Biwer | 29.3.2026 Hilfe für Kriminalitätsopfer

Gewalt gegen Frauen, Enkeltrick und Prävention: Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin Weißer Ring, gibt Antworten rund um den Opferschutz.

Leute SWR1 Rheinland-Pfalz

Computertastatur die leuchtet.

Internationale Razzia wegen Cybercrime Drogen online verkauft - Mann aus Rhein-Lahn-Kreis in Haft

Sie sollen im Netz mit Drogen gehandelt und eine Plattform für die Sabotage von Rechnern bereitgestellt haben. Jetzt sitzen zwei Männer in Haft - einer von ihnen stammt aus dem Rhein-Lahn-Kreis.

Signal ist eine beliebte Alternative als Messenger für Whatsapp – und gilt als sicher. Zuletzt warnte der Verfassungsschutz allerdings vor Phishing-Attacken über Signal. Was du tun kannst! Hier sieht man die Download-Seite der Signal-App. Sie ist auf einem Smartphone geöffnet.

Nicht auf falsche Links im Messenger klicken! Phishing auf Signal: Warum jetzt der Verfassungsschutz warnt

Signal ist eine Messenger-Alternative für Whatsapp – und gilt als sicher. Zuletzt warnte der Verfassungsschutz allerdings vor Phishing-Attacken über Signal. Was du tun kannst!

Weingarten
Ein Mann trägt Handschuhe und tippt auf einer Tastatur. Cyberangriffe auf Unternehmen und Kommunen in der Region Bodensee-Oberschwaben werden immer häufiger.

IHK und Polizei geben Tipps Cyberangriffe: Wie Unternehmen, Kommunen und Bürger sich schützen können

Immer häufiger werden Unternehmen und Kommunen von Cyberkriminellen angegriffen. Spektakuläre Fälle aus der Region und wie sich die Betroffenen jetzt vor Hackenangriffen schützen.

Koblenz
Eine männliche Hand hält ein Handy mit dem grünen Logo von WhatsApp auf dem Display

Neues Angebot des SWR Studios Koblenz Nachrichten aus der Region Koblenz jetzt auf WhatsApp lesen

Das SWR Studio Koblenz ist jetzt auch auf dem Messenger-Dienst WhatsApp aktiv. Dort finden Sie regionale Nachrichten aus dem Ahrtal, von Mosel und Rhein, dem Taunus und Westerwald.

SWR4 RP am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!