Ermittlungen eingestellt

Abgebrannte Kälte-Iglus in Kaiserslautern: Täter und Brandursache bleiben unklar

Vergangenen Februar waren in Kaiserslautern nachts sechs sogenannte Kälte-Iglus für Obdachlose abgebrannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelte gegen einen Mann wegen versuchten Mordes - bis jetzt. Die Ermittlungen wurden eingestellt. Damit bleibt aber auch eine Frage unbeantwortet.

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Von Autor/in Jan Jaworski

Die Kälte-Iglus auf der Wiese der Pfarrgemeinde Heiliger St. Martin in Kaiserslautern sollten für Obdachlose Schutz vor der Eiseskälte bringen. Der Schock nach dem Brand in jener Februar-Nacht war groß. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Tatverdächtig war ein damals 50 Jahre alter Mann, der noch in derselben Nacht festgenommen wurde. Allerdings hatten schon damals die Vorwürfe nicht ausgereicht, um ihn für längere Zeit in Untersuchungshaft zu stecken.

In Kaiserslautern gibt es Kälteiglus für Obdachlose
So sehen sie aus, die Kälteiglus für Obdachlose.

Tatverdacht wegen brennender Iglus hat sich nicht erhärtet

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern ihre Ermittlungen gegen ihn wegen versuchten Mordes komplett eingestellt. Die Ermittler konnten ihm nicht nachweisen, dass er das Feuer gelegt hat. Es gab zu wenige Beweise für eine Anklage. Der mittlerweile 51-Jährige bestreitet die Tat zudem und sagt, er sei in der Nacht erst zum Ort der Iglus gekommen, als es bereits brannte.

Weiteres Problem bei den Ermittlungen: Der Brandsachverständige konnte nicht klären, wie das Feuer genau entstanden ist. Brandbeschleuniger wurden nicht gefunden. Möglich wäre ein Feuerzeug oder eine Spraydose gewesen. Letzteres wurde in der Nähe des möglichen Brandherds gefunden, war aber durch das Feuer stark beschädigt. Deshalb konnten keine brauchbaren Spuren daran untersucht werden.

Die Kälte-Iglus hatten auf einer Pfarrwiese in Kaiserslautern gestanden und waren komplett abgebrannt.
Die Kälte-Iglus hatten auf einer Pfarrwiese in Kaiserslautern gestanden und waren komplett abgebrannt.

Kaum Spuren, wenig Beweise für Ermittler in Kaiserslautern

Weil das Zelt, in dem die Kälte-Iglus standen, komplett abgebrannt war, gab es auch keine brauchbaren Spuren oder Gegenstände am Tatort. Außerdem fehlte es den Ermittlern an Augenzeugen, Videoaufnahmen oder anderen objektiven Beweisen für die Tat. Ein Zusammenhang mit zwei weiteren Mülltonnenbränden in derselben Nacht konnte ebenfalls nicht festgestellt werden.

Auch wenn bei dem Brand niemand ernsthaft verletzt worden war, bei den betroffenen Obdachlosen blieb ein emotionaler Schaden. Sie verloren zum Beispiel wichtige Gegenstände und Fotos. Deshalb war nach dem Brand die Hilfs- und Spendenbereitschaft groß. So stellte der Malteser Hilfsdienst in Weilerbach Feldbetten und Heizgeräte zur Verfügung. Die Stadtwerke Kaiserslautern schafften sechs neue Kälte-Iglus an. Ob die Pfarrei Heiliger St. Martin auch in diesem Winter wieder Kälte-Iglus in Kaiserslautern aufstellen wird, ist noch nicht bekannt.

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Jan Jaworski
Jan Jaworski, Redakteur im SWR Aktuell Studio Kaiserslautern

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