Notruf absetzen, Verbände anlegen, Erste Hilfe leisten

DRK-Projekt: Koblenzer Kinder lernen, im Notfall zu helfen

Im Notfall Erste Hilfe leisten - das lernen in Koblenz schon die Kleinen. Das Deutsche Rote Kreuz bringt Kita-Kindern und Grundschülern bei, wie sie selbst zu Superhelfern werden.

Teilen

Stand

Von Autor/in Sarah Mauer

In der Aula der Grundschule Schenkendorf in Koblenz steht Nadine Hahn vor einer zweiten Klasse. Die pädagogische Mitarbeiterin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Koblenz zeigt den Kindern, was in einer Rettungsleitstelle passiert und was die Mitarbeiter von den Kindern wissen wollen, wenn sie dort einen Notfall melden.

Gleich mehrere Hände gehen hoch. Denn viele der Kinder bekommen so eine Schulung nicht zum ersten Mal, erzählt der Zweitklässler Henry: "Wir hatten das mit den Superhelfern schon im Kindergarten. Und in der ersten Klasse hatten wir es auch…"

Knapp 11.000 Kinder zu Erste Hilfe geschult

Das Superhelfer-Projekt gibt es bereits seit 2022. Inzwischen wurden nach Angaben des DRK knapp 11.000 Kinder darin geschult, Erste Hilfe zu leisten, einen Notruf abzusetzen und worauf es beim Thema Hygiene ankommt. Dabei haben die Kinder zum Beispiel gelernt, Verbände anzulegen oder was sie tun sollten, wenn einem Mitschüler mal die Nase blutet. Deshalb weiß Henry auch schon, dass er im Notfall die 112 anrufen soll. Zusammen mit seinen Freunden Anton und Leo übt er das.

Eine pädagogische Mitarbeiterin des DRK bringt Grundschülern bei, wie sie einen Notruf richtig absetzen.
Eine pädagogische Mitarbeiterin des DRK bringt Grundschülern in Koblenz bei, wie sie einen Notruf richtig absetzen.

Grundschüler konnte mit seinem Wissen das Leben seiner Mutter retten

Wie wichtig es ist, dass schon Kinder darüber Bescheid wissen, weiß Ulrike Piel-Schilling. Die Pressesprecherin des DRK Koblenz erzählt, dass erst kürzlich ein Grundschüler aus Koblenz seiner Mutter so das Leben retten konnte: "Als er mit seiner Mutter alleine war, hatte sie einen Schlaganfall. Er rannte nicht schreiend durch die Wohnung, sondern hat die 112 gerufen. Er hat sich an das erinnert, was er in unserem Modul gelernt hatte."

Ich finde das gut, dass ich jetzt helfen kann.

Wie in diesem Fall seien es oft Kinder, die bei Notsituationen als Erste dabei seien. Daher habe das DRK Koblenz das Superhelfer-Projekt ins Leben gerufen, erklärt Piel-Schilling: "Die Idee dahinter ist, dass jeder helfen kann, im Rahmen seiner Möglichkeiten – und natürlich auch Kinder." Deshalb sei es dem DRK sehr wichtig, schon den Kleinen zu zeigen, wie Erste Hilfe funktioniere. "Wir versuchen schon in der Kita, in der Vorschule, einen Einstieg zu schaffen und sie dann weiter durch die Grundschule zu begleiten."

DRK will Kindern Sicherheit und Selbstvertrauen geben

Denn Erste Hilfe zu leisten erfordert nicht nur Wissen, sondern auch Selbstbewusstsein. Das Superhelfer-Projekt soll deshalb verhindern, dass Kinder in einem Notfall gehemmt oder zurückhaltend sind. Die Zweitklässlerin Emma fühlt sich nach der Schulung auf jeden Fall sicherer. Sie sagt: "Ich finde das gut, dass ich jetzt helfen kann."

RLP
In RLP gibt es nachts keine Rettungshubschrauber für Noteinsätze.

Kommunen auf dem Land sind besorgt Rettungshubschrauber fliegen nachts keine Einsätze in RLP

Da immer mehr Kliniken auf dem Land schließen, bekommt die Luftrettung eine neue Bedeutung. Doch in Rheinland-Pfalz fliegen Rettungshubschrauber nicht in der Nacht.

Zur Sache Rheinland-Pfalz! SWR RP

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Sarah Mauer
Foto von Multimediareporterin Sarah Mauer