Bei der letzten Wahl vor einem Jahr war Ex-Landrat Schwickert noch als einziger Kandidat angetreten. Jetzt schicken die CDU, die SPD, die AfD, die Freien Wähler, Die Linke und Volt jeweils einen Kandidaten bzw. eine Kandidatin ins Rennen. Die Grünen und die FDP haben selbst niemanden zur Wahl aufgestellt, sie unterstützen stattdessen den Kandidaten der CDU. Hier ein Überblick.
Klaus Lütkefedder tritt für die CDU an
Seit 2010 ist Klaus Lütkefedder Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wallmerod im Westerwaldkreis. Nach seinem Studium als Bauingenieur hat er eigener Auskunft nach zunächst in der Privatwirtschaft gearbeitet, bevor er 18 Jahre lang im Wirtschaftsministerium des Landes tätig war. Dort war er für Themen wie Gründerzentren, Forschungsinstitute und Regionalentwicklung zuständig.
Lütkefedder ist Jahrgang 1961, Vater zweier Söhne und wohnt in Wallmerod. Er setzt sich eigener Auskunft nach etwa für den Klimaschutz und das dörfliche Zusammenleben ein. Außerdem gehe es ihm um gut ausgestattete Kitas und Schulen sowie gute Bedingungen für Unternehmen in der Region. Lütkefedder engagiert sich seit vielen Jahren in den Gremien des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz.
SPD hat Tanja Machalet aufgestellt
Tanja Machalet ist seit 2021 Mitglied des Deutschen Bundestages, seit letztem Jahr ist sie dort Vorsitzende des Gesundheitsausschusses. Zuvor war die promovierte Volkswirtin unter anderem Mitglied des Landtags Rheinland-Pfalz. Machalet ist Jahrgang 1974, Mutter von zwei Kindern und wohnt in Meudt.
"Unser Landkreis steht vor großen Herausforderungen – von der Gesundheitsversorgung über die Digitalisierung bis hin zur Frage, wie wir Familien, Ehrenamt und Wirtschaft stärken", so Machalet. Sie setzt sich deshalb für eine gute Gesundheitsversorgung und Zukunftsperspektiven für Familien und junge Menschen ein. Außerdem möchte sie das Ehrenamt und die Vereine stärken.
AfD schickt Jan De Cotiis ins Rennen
Die AfD Westerwald hat Jan De Cotiis als Kandidaten für die Landratswahl aufgestellt. Er ist 33 Jahre alt, Vater eines Sohnes und wohnt in Hof. De Cotiis ist selbstständiger Unternehmer und ehemaliger Soldat. Außerdem ist er Stellvertretender Kreisvorsitzender der AfD Westerwald.
"Der Westerwald muss lebenswert bleiben – für die, die hier leben und arbeiten", so der Westerwälder. Er setzt sich unter anderem für einen verantwortungsvollen Umgang von Steuergeldern ein. Außerdem fordert er mehr Selbstverwaltung und finanzielle Entlastung für Städte und Gemeinden. Und auch er möchte das Ehrenamt stärken und Vereine unterstützen.
Lisa-Marie Jeckel tritt für die Freien Wähler an
Lisa-Marie Jeckel ist selbstständige Rechtsanwältin und war bereits Mitglied des Landtags Rheinland-Pfalz. Seit zwei Jahren ist sie zudem Landesvorsitzende der Freien Wähler. Jeckel ist 32 Jahre alt und wohnt in Niederneisen im Rhein-Lahn-Kreis, was sie als Chance begreift: "Ich bin nicht Teil langjährig gewachsener politischer Strukturen im Westerwaldkreis und möchte neue Perspektiven und Impulse in die Kreisverwaltung einbringen."
Jeckel möchte eigener Auskunft nach Bürokratie abbauen. Ihr ist außerdem wichtig, den Westerwaldkreis als Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensstandort zu stärken. Und sie setzt sich etwa für Natur- und Klimaschutz, eine verlässliche medizinische Versorgung und gute Schule und Kinderbetreuung ein.
Die Linke hat Line Bratenstein aufgestellt
Line Bratenstein ist 48 Jahre alt, Förderschullehrerin und wohnt in Rotenhain. Vor zwei Jahren machte sie ihre Transidentität öffentlich. Sie setzt sich dafür ein, dass queere Menschen im Westerwald sicher und ohne Angst leben können. "Im Mittelpunkt meiner Kandidatur steht die Überzeugung, dass niemand im Westerwald zurückgelassen werden darf", sagt Bratenstein.
Die Westerwälderin setzt sich für eine gute medizinische Versorgung und soziale Gerechtigkeit ein. Außerdem geht es ihr um gute Bildungsmöglichkeiten und gleiche Chancen für alle Kinder sowie für den Ausbau erneuerbarer Energien. Bratenstein hat eine klare Haltung gegen Rechtsextremismus, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit. Eine Zusammenarbeit mit der AfD komme für sie nicht in Frage.
Für die Partei Volt tritt Johannes Eidt an
Johannes Eidt ist 38 Jahre alt, Vater zweier Söhne, Sozialpädagoge und wohnt in Obererbach. Er tritt als erster Volt-Kandidat für das Landratsamt im Westerwaldkreis an. "Der Westerwald braucht eine moderne, erreichbare und bürgernahe Verwaltung. Es geht jetzt nicht um parteipolitische Lagerkämpfe, sondern darum, Verantwortung für die Zukunft unserer Region zu übernehmen", so Eidt.
Er setzt sich für die Sicherung der medizinischen Versorgung sowie eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung ein. Außerdem möchte er die Strukturen für Familien und Ehrenamtliche stärken. Er möchte für eine funktionsfähige Kreisverwaltung mit digitalen Angeboten stehen. Als Landrat wolle er für alle Menschen im Westerwaldkreis arbeiten – unabhängig von politischer Zugehörigkeit.