Ungeachtet der Sparmaßnahmen hat das DB Museum nach eigenen Angaben vor, am Standort in Koblenz in den kommenden Jahren eine große Halle zu bauen. Dort sollen besonders wertvolle und seltene Lokomotiven und Waggons untergebracht werden. Bisher stehen viele Fahrzeuge ungeschützt im Freien.
Der Direktor des Museums, Oliver Götze, wünscht sich, dass das Oldtimer-Eisenbahndepot Platz für 50 Fahrzeuge bietet. Es soll auf dem Gelände des jetzigen DB Museums in Koblenz-Lützel entstehen.
Wir besitzen die weltweit größte Sammlung von Eisenbahnfahrzeugen.
Besondere Fahrzeuge der Eisenbahngeschichte
Zur Kernsammlung des DB Museums zählen laut Götze etwa 150 bis 200 Fahrzeuge. Es handele sich um wertvolle Exemplare der deutschen Eisenbahngeschichte, die zurzeit über ganz Deutschland verteilt seien.
In Koblenz ist zum Beispiel der Trans-Europ-Express (TEE) "Blauer Enzian" untergebracht, der für luxuriöses Reisen in der Bundesrepublik stand. Zu sehen ist dort auch der Salonwagen, mit dem Queen Elisabeth 1978 auf Staatsbesuch in der Bundesrepublik war.
Alte Loks und Wagen verrotten ohne Fahrzeughalle
Das Problem, viele der bedeutende Fahrzeuge mit historischem Wert stehen im Freien - in Koblenz zum Beispiel der Trans-Europ-Express. Das schade besonders Loks und Waggons, die zum Teil 100 Jahre alt seien, sagt Museumsdirektor Götze. Einige von ihnen könnten ab 2030 in der neuen Lagerhalle in Koblenz untergebracht werden. Dort wären die Eisenbahn-Oldtimer besser vor Wind, Frost und Vandalismus geschützt.
Bei der Finanzierung der Eisenbahnhalle hofft das DB Museum auf Förderungen vom Land und Bund. Konkrete Zusagen gibt es laut Götze aber noch nicht. Er betont allerdings, warum das Museum erweitert werden sollte: "Wir besitzen die weltweit größte Sammlung von Eisenbahnfahrzeugen. Die sind nicht nur für Eisenbahnfans interessant. Denn sie zeigen auch die deutsche Kulturgeschichte."
Nach 36 Jahren Einsatz in der Schweiz Diesellok D4 zieht wieder den "Vulkanexpress" durchs Brohltal
Darauf haben Eisenbahnfreunde lange gewartet: Die historische Diesellok D4 ist zurück und zieht den "Vulkanexpress" durchs Brohltal. 1987 war die Lok in die Schweiz verkauft worden.
Neue Lagerhalle könnte an besonderen Tagen geöffnet werden
Das neue Depot könnte zum Beispiel an besonderen Tagen für Besucherinnen und Besucher geöffnet werden, sagt Götze. Es sei aber auch gut vorstellbar, dass einige der Fahrzeuge abwechselnd im Lokschuppen in Koblenz zu sehen sein werden. Der Lokschuppen ist Teil des DB Museums in Koblenz und kann während der Öffnungszeiten des Museums besucht werden.
DB Museum muss sparen
Was mit den Zügen passiert, die nicht zur Kernsammlung des DB Museums gehören, steht noch nicht offiziell fest. Das DB Museum besitzt laut Fahrzeuglisten, die auf Internetportalen von Eisenbahninteressierten zu finden sind, rund 400 Loks und Waggons. Es werde versucht so viele Fahrzeuge wie möglich zu erhalten, teilt Götze mit.
Die Sparmaßnahmen der Deutschen Bahn wirken sich auch auf das DB-Museum in Koblenz aus. Ab dem kommenden Jahr soll es an weniger Tagen geöffnet sein, teilte die Deutsche Bahn Stiftung dem SWR auf Nachfrage mit. Die Loks und Waggons können dann nur noch von Frühjahr bis Anfang Oktober besichtigt werden und nicht mehr wie bisher bis Anfang Dezember.
Größere Einschnitte wird es in Halle an der Saale geben. Dort wird das DB-Museum vollständig geschlossen und in ein Depot umgewandelt. Halles Bürgermeister hat bereits angekündigt, dass sich die Stadt für den Erhalt des Museums einsetzen will.