Damit fahren auf den Strecken zwischen Limburg und Siershahn, sowie Limburg, Hachenburg, Altenkirchen und Siegen jetzt insgesamt drei Batteriezüge. Sie ersetzen dabei teilweise die üblichen Dieseltriebwagen auf der Strecke. Hintergrund ist, dass das Land Rheinland-Pfalz die Dieseltriebwagen Schritt für Schritt gegen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben austauschen möchte.
Strecken im Westerwald sind besonders anspruchsvoll
Die Züge im Westerwald sind nicht die ersten Batteriezüge, die bundesweit unterwegs sind. Allerdings sind es nach Angaben des Zweckverbands SPNV-Nord die ersten modernen Batteriezüge im Regelbetrieb in Rheinland-Pfalz und die ersten auf einer solch hügeligen Strecke.
Für die Fahrgäste bieten sie mehr Komfort: Sie sind leiser und auf der bergigen Strecke auch ruhiger unterwegs. Und sie können schneller beschleunigen. Das hilft, Verspätungen aufzuholen und den Fahrplan einzuhalten.
Die Oberwesterwaldstrecke ist ... die wahrscheinlich topografisch anspruchsvollste Strecke für Akku-Züge, die derzeit in Deutschland projektiert ist.
"Die Oberwesterwaldstrecke zwischen Limburg und Au/Sieg ist mit ihrer Länge von rund 75 Kilometern und vor allem der zu überwindenden Höhe von 350 Metern die wahrscheinlich topografisch anspruchsvollste Strecke für Akku-Züge, die derzeit in Deutschland projektiert ist", erklärt Thorsten Müller, der Verbandsdirektor des SPNV-Nord.
Seit April werden die Züge bereits getestet
Die Züge stammen vom Eisenbahnhersteller Siemens und wurden nach Angaben der Beteiligten deutlich früher ausgeliefert als erwartet. Deswegen konnten sie vom Betreiber, der Hessischen Landesbahn, auch schon seit April ausgiebig auf der Strecke getestet werden, zum Teil auch mit Passagieren.
Wie die Beteiligten sagen, sind die Tests erfolgreich verlaufen. Sie seien sehr zufrieden, wie gut die Züge auf der Strecke funktionieren. Die Reichweite der Akkus reiche für die rund 75 Kilometer ohne Oberleitung vollkommen aus.
Mittlerweile erscheint uns das als eine der besten Lösungen.
Batteriezüge setzen sich gegenüber Wasserstoff durch
Der SPNV-Nord hatte mit seinen Partnern beispielsweise an der Lahn auch ein Testprojekt für Wasserstoffzüge gestartet. Dieses sei jedoch relativ schnell wieder gestoppt worden, weil sich die Kosten gesteigert hätten. Die Batteriezüge hätten sich als besser herausgestellt. "Mittlerweile erscheint uns das als eine der besten Lösungen", sagt die rheinland-pfälzische Mobilitätsministerin Katrin Eder (Grüne).
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Aufgeladen wird die Batterie der Züge da, wo es eine Oberleitung gibt - nämlich im Bahnhof in Limburg und auf der Strecke zwischen Au und Siegen. Für Wasserstoffzüge brauche es dagegen nicht nur Wasserstoff, sondern auch eine entsprechende Tankstelle. Alle entsprechenden Wasserstoffprojekte in Deutschland hätten ihrer Probleme gehabt, so Eder.
Akkuzüge fuhren im Westerwald bereits in der Vergangenheit
Vor allem in den 60er, 70er und 80er-Jahren fuhren im Westerwald bereits Akkuzüge. Diese waren im Limburg stationiert und wurden deswegen "Limburger Zigarre" genannt. Allerdings war die benötigte Ladeinfrastruktur deutlich komplizierter als bei den modernen Batteriewagen.