Die Jubiläumstour erzielte ein Rekordergebnis: Mehr als eine Million Euro an Spendengeldern konnten eingesammelt werden. Die Idee zur "VOR-TOUR der Hoffnung" hatte Jürgen Grünwald aus Waldbreitbach. Als damaliger Verkehrsdirektor von Bad Neuenahr-Ahrweiler lernte er die "Tour der Hoffnung" kennen - eine 1983 vom Gießener Kinderkrebsmediziner Fritz Lampert ins Leben gerufene Benefiz-Radtour.
Davon inspiriert startete Grünwald vor 30 Jahren gemeinsam mit seinem Freund Gregor Waldorf die erste "VOR-TOUR der Hoffnung" für Rheinland-Pfalz. Diese findet immer zeitlich vor der bundesweiten "Tour der Hoffnung" statt.
"Dem Sport frönen und gleichzeitig was Gutes tun, das war neu für uns, aber auch einmalig", erzählt Grünwald, der mittlerweile 73 Jahre alt ist. Motiviert worden seien die beiden durch Gespräche mit kranken Kindern, ihren Ärzten, Eltern und Geschwistern. "Wir haben gesehen, was und wie viel wir mit unseren Spenden erreichen konnten."
Benefiz-Radtour mit bis zu 170 Rennradfahrern
Aus den beiden Gründern ist inzwischen eine große Gemeinschaft geworden: Bis zu 170 Rennradfahrerinnen und Rennradfahrer und 30 Helfer beteiligen sich in diesem Jahr an der Benefizfahrt. Die Fahrer legen Tagesetappen von bis zu 120 Kilometern zurück. Wer mitmacht, muss ein "Sattelgeld" bezahlen, außerdem bringen die Teilnehmenden Sponsorengelder mit.
Auch Jürgen Grünwald ist immer noch dabei, auch wenn er den Vorsitz des Vereins inzwischen abgegeben hat. Immer wieder unterstützen auch prominente Mitfahrer die Aktion. Dazu gehören unter anderem der frühere Fußball-WM-Schiedsrichter Markus Merk, SWR-Moderator Martin Seidler und die ehemalige Rad-Weltmeisterin Hanka Kupfernagel.
"VOR-TOUR der Hoffnung" macht Station in der Region Koblenz
Die diesjährige "VOR-TOUR der Hoffnung" führte die Rennradfahrer durch den Großraum Koblenz. Stationen waren unter anderem Winningen, Mendig, Polch, Rhens, Neuwied, Boppard und Bad Neuenahr-Ahrweiler.
An jedem Etappenziel organisieren ehrenamtliche "Kümmerer" mit Hilfe der örtlichen Vereine kleine Feste und Begrüßungsveranstaltungen. Sie sollen möglichst viele Besucher anlocken und so zusätzliche Spenden generieren. Vereine überreichen den Radfahrern Spendenschecks. Geld, das sie über das Jahr hinweg bei eigenen Aktionen oder Veranstaltungen eingenommen haben. Zum Programm gehören unter anderem eine Tombola sowie der eigens für die Benefizfahrt abgefüllte Wein "Hope“.
Spenden helfen Familien direkt vor Ort
Mit den Spendengeldern unterstützt die "VOR-TOUR der Hoffnung" nach eigenen Angaben zahlreiche Projekte. Im vergangenen Jahr profitierten demnach rund 60 Initiativen. Dazu gehörten beispielsweise die "Elterninitiative krebskranker Kinder Koblenz e. V." und die Kinderklinik am Koblenzer Kemperhof. Nach Angaben der Geschäftsführerin ist die Benefiz-Radtour seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner.
Dank der Spenden könne der Verein unter anderem drei Elternwohnungen gegenüber von der Klinik finanzieren. Dort finden Mütter und Väter während der oft wochenlangen Behandlung ihrer Kinder eine Unterkunft in unmittelbarer Nähe. Weitere Informationen bietet die Elterninitiative krebskranker Kinder Koblenz.