Sommerzeit ist Badezeit. Doch die große Hitze der letzten Jahre macht auch den Gewässern in der Westpfalz zu schaffen. Ein großes Problem ist die Blaualge, die aktuell wieder dem Bärenlochweiher in Kindsbach im Kreis Kaiserslautern zusetzt.
Warnstufe Eins für den Bärenlochweiher ausgerufen
Das rheinland-pfälzische Umweltamt hat für den Bärenlochweiher die Warnstufe Eins ausgerufen. Das heißt: Baden ist noch nicht verboten. Auch wenn sich die Konzentration der Blaualgen im Wasser innerhalb einer Woche fast verdoppelt hat.
Ortsgemeinde Kindsbach sucht nach Lösungen
Das Problem mit den Blaualgen im Bärenlochweiher ist nicht neu. Seit vielen Jahren schon kämpft der Badeweiher mit den Algen. Die Verbandsgemeinde hat das Problem auf dem Schirm, wie ein Sprecher sagt. Eine passende Lösung zu finden, sei aber gar nicht so einfach.
Schon 2022 wurde im Kindsbacher Ortsbeirat diskutiert, wie man die Blaualgen langfristig bekämpfen könnte. Unter anderem sei versucht worden, einen größeren Wasserzulauf zu schaffen, damit mehr Bewegung ins Wasser kommt. So sollten sich die Algen schlechter ansiedeln können. Aber auch der Wasserzulauf käme bei der Hitze an seine Grenzen.
Alexander Darge, der stellvertretende Fachbereichsleiter Bäder in der Verbandsgemeinde Landstuhl erklärt, dass das Gebiet zudem unter Naturschutz steht. Deshalb hatte die Kreisverwaltung Kaiserslautern nur einen leichten Rückschnitt des Büsche und Bäume genehmigt, damit das Wasser besser fließen könne. Größere Veränderungen seien aber nicht möglich gewesen.
Alle Lösungen bisher waren zu teuer
Der Kindsbacher Ortsbürgermeister Michael Müller (FWG) sucht nach einer dauerhaften und bezahlbaren Lösung für den Badeweiher. Die war bisher aber noch nicht in Sicht, wie er sagt. Es habe bereits mehrere Anfragen an Fachfirmen gegeben. Spezielle Wasserpflanzen oder auch aufwendige Reinigungsarbeiten hätten zur Debatte gestanden, das wäre für die Ortsgemeinde Kindsbach aber nicht finanzierbar gewesen.
Seen trotz Trockenheit und Hitze gut in Schuss Badespaß oder Gesundheitsgefahr? - So ist die Wasserqualität in den RLP-Badeseen
Das Frühjahr 2025 war eines der wärmsten und trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Ob das die Wasserqualität der Badeseen in RLP beeinflusst hat, klären wir hier:
Zukunftsprogramm des Landes soll Lösung sein
Das Land hat ein Zukunftsprogramm auferlegt, mit dessen Hilfe bestimmte Projekte zu 100 Prozent mit Geldern des Landes finanziert werden können. Michael Müller hofft jetzt auf dieses Programm. Bis Ende August müssen die Pläne eingereicht werden beim Land. Müller ist zuversichtlich, dass im Laufe des Jahres der positive Bescheid kommt. Dann soll es für 2026 endlich eine Lösung für das Blaualgen-Problem im Bärenlochweiher geben.
30.000 Euro sollen zur Verfügung stehen. Mit dem Geld soll dann eine Fachfirma beauftragt werden, die spezielle Pflanzen in den Weiher bringt, die das Wasser mit Sauerstoff anreichern sollen. Das soll es Blaualgen schwerer machen. Außerdem soll ein Renaturierungsbereich entstehen, der dann künftig für Badegäste gesperrt sein soll. Mit diesen Maßnahmen hofft die Gemeinde, die Belastung mit den Blaualgen zukünftig niedrig zu halten.
Bärenlochweiher soll modern werden
Neben den 30.000 Euro, die für die Bekämpfung der Blaualge ausgegeben werden sollen, will die Gemeinde Kindsbach weitere 100.000 Euro Fördergelder vom Land. Die sollen laut Müller genutzt werden, um die Toiletten und die Umkleideräume am Badeweiher zu sanieren. Außerdem sollen neue Sitzgelegenheiten für Besucher entstehen. Alles in allem soll der Bärenlochweiher künftig ein noch attraktiveres Ausflugsziel für die Menschen in der Region werden.
Sonst keine Probleme mit Blaualgen in der Westpfalz
Die gute Nachricht zum Schluss: Die anderen Badeseen in der Westpfalz sind aktuell nicht von Blaualgen befallen. Hier können Besucher bedenkenlos schwimmen gehen. Besonders beliebt in der Westpfalz sind zum Beispiel der Clausensee bei Heltersberg, der Gelterswoog bei Kaiserslautern oder auch der Rohrwoog bei Hinterweidenthal.