"Wir bleiben bei unseren sieben Hügeln wie der Schuster bei seinen Leisten", sagt Heike Wittmer, Leiterin des Stadtarchivs, und blickt in die Weite von Pirmasens. Die Spanische Treppe zieht zwar viele Touristen in die italienische Hauptstadt nach Rom. Doch warum über Ostern in den Flieger nach Italien, wenn es auch "Bärmesens" gibt - wie der Pfälzer sagt.
Schlosstreppe ist das Highlight in der Pirmasenser Innenstadt
Mitten in der Fußgängerzone ragt doch eine genauso imposante Treppe nach oben. "Das ist die Schlosstreppe. Sie ist das beliebteste Fotomotiv. Nach einer Fußgängerzone, die eher im Stil der 50er und 60er Jahre erbaut ist, vermutet man keine barocke Anlage wie diese", erklärt Heike Wittmer. Selfie-Faktor: 10 von 10.
Schulkinder haben dieser Treppe Kultstatus verliehen
Doch eine andere Treppe in der Fußgängerzone sorgt bei Heike Wittmer für ein Lächeln im Gesicht: die Nagelschmiedsbergtreppe. Den Grund hat die Stadtarchivarin parat: "Früher lag dort ein Schulgebäude, die Nagelschmiedsberg-Schule. Die Schüler waren ungezogen und sind das Geländer runtergerutscht, das in der Mitte stand."
Heute gibt es dieses Geländer in der Mitte nicht mehr. Die Treppe hat aber vor allem einen praktischen Nutzen in der Fußgängerzone. Sie verbindet die Hauptstraße zum Horeb. Das ist der höchste Berg und zugleich ein Stadtviertel in Pirmasens.
Kein Kaffeeduft mehr - dafür aber anstrengende Stufen
Sucht man in Pirmasens eine unbeliebte Treppe, dann ist das laut Heike Wittmer die Kaffeetreppe in der Kaffeegasse: "Da muss man ziemlich Schnaufen bis man oben ist." Auch 87 Stufen können sich ziehen. "Früher hat dort ein Bauer regelmäßig Kaffee geröstet", sagt Wittmer zur Herkunft des Namens.
Heute spielt die Treppe eine Rolle bei der Bewerbung für die anstehende Landesgartenschau 2032 in Pirmasens. "Sie ist die Spange zwischen der Grünanlage Strecktal und der oberen Fußgängerzone", erklärt Wittmer und ergänzt: "Hier wird noch terrassiert. Das heißt, hier kann man sich dann zwischendrin ausruhen."
Bunte Motive an Münz- und Vogeltreppe in Pirmasens
Doch wer speziell nach bunten Treppen sucht, der kommt in der Pirmasenser Innenstadt an diesen beiden Treppen nicht vorbei. Vom Rathaus gelangt man zunächst zur Münztreppe. Nach dem Abstieg kommt man auf einen Parkplatz - und von da hat man einen tollen Blick auf alle Motive an der Felswand.
Doch noch schöner ist die Felsentreppe oder auch Vogeltreppe genannt. Sie verbindet die Schäferstraße mit der Bahnhofstraße. Das Besondere: Seit 2019 ist die Felswand ein echtes Kunstwerk. Denn viele verschiedene Mosaik-Motive zieren die Wand. Es fallen vor allem die bunten Vögel aus aller Welt auf.
Darum hat Pirmasens so viele Treppen
Nach Angaben der Stadtverwaltung gibt es rund 100 Treppen im Stadtgebiet. Die Stadt braucht so viele Treppen. Denn sie ist - ähnlich wie Rom - auf sieben Hügeln gebaut. "Diese sieben Hügel liegen auf vier Etagen in der Topografie. Treppen sind dann der schnellste Schleichweg", erläutert Stadtarchiv-Leiterin Heike Wittmer.
Stadt Pirmasens bietet Treppenführung an
Die Treppen in Pirmasens lassen sich gut auf eigene Faust erkunden. Wer aber noch mehr Hintergründe zu den Geschichten haben möchte, der kann auch eine spezielle Treppentour machen. Die Stadt bietet eigens dafür eine dynamische Treppentour für Gruppen bis 25 Personen an. Mehr Infos dazu hat die Tourist-Information.