Seit rund zwei Wochen versucht das Gericht, Stück für Stück die Puzzleteile der Tat im Februar zusammenzusetzen. Dafür waren zum sechsten Prozesstag am Dienstag erneut mehrere Zeugen geladen, die den Hergang aus ihrer Sicht beschrieben. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, nach einem Streit zwei Männer mit einem Messer angegriffen zu haben. Einer wurde lebensgefährlich verletzt, ein zweiter starb an den Folgen der Messerstiche. Der mutmaßliche Täter ist deshalb unter anderem wegen Totschlags angeklagt und befindet sich derzeit in Untersuchungshaft.
Außerdem wurde der Drogenkonsum des Angeklagten thematisiert. Laut einer Rechtsmedizinerin hatte der 19-Jährige regelmäßig Cannabis, Kokain und ein Opioid genommen. Das habe eine forensische Haaranalyse ergeben. Zum Zeitpunkt der Tat sei der Angeklagte jedoch lediglich auf ein Opioid positiv getestet worden.
Gericht zeigt Fotos des getöteten 22-Jährigen
Im weiteren Verlauf wurden den Anwesenden zahlreiche Fotos gezeigt. Darunter waren Luftbilder des Tatorts in der Nähe des Fackelbrunnens sowie Ausschnitte aus dem Video eines Zeugen. Auch Bilder von der Leiche des Getöteten waren zu sehen. Die Mutter des damals 22-jährigen Opfers war im Gerichtssaal dabei. Sie hatte sich bewusst dafür entschieden, die Fotos mit anzusehen. Sie weinte still beim Anblick ihres verstorbenen Sohnes.
Noch hat das Gericht nicht alle Details in dem Fall geklärt. Unter anderem fehlt noch das Gutachten einer Psychiaterin zu dem mutmaßlichen Täter. Außerdem steht noch aus, ob bei dem 19-Jährigen das Jugendstrafrecht angewendet wird oder nicht. Das Urteil soll voraussichtlich am 24. Juli gesprochen werden.
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Eine Frau soll am Rathaus in Kaiserslautern einen Bekannten mit einem Messer fast getötet haben. Jetzt gibt es ein Urteil.
Waffenverbotszone in Kaiserslautern gilt seit Mai
Der Vorfall war nicht der einzige Angriff mit einem Messer in der Kaiserslauterer Innenstadt und hatte im Nachgang für eine breite Debatte über Sicherheit gesorgt. Seit Ende Mai gilt daher in großen Teilen der Innenstadt eine Waffen- und Messerverbotszone. Dort können Polizei und Ordnungsamt Menschen einfacher und ohne konkreten Anlass kontrollieren.