Lautern wird laut und bunt: Am Samstag fand in Kaiserslautern zum ersten Mal der Christopher Street Day - kurz CSD - statt.
Unter dem Motto "Nie wieder still!" fand zum Auftakt eine offene Andacht in der Stiftskirche statt. Regenbogenfahnen schmückten dabei das Kirchenschiff. Anschließend zogen mehrere hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Innenstadt.
Die Polizei gab die offizielle Teilnehmerzahl mit 800 an. Viele hatten bunte Plakate gestaltet. Der Zug verlief friedlich. Zu Beginn hatten 16 Gegendemonstranten den Start des Zugs etwas verzögert. Doch danach kam es zu keinen Zwischenfällen mehr.
Anschließend stieg eine große Party auf dem Schillerplatz mit einem bunten Bühnenprogramm. Am Abend gingen dann in mehreren Kneipen und Bars Aftershow-Partys an den Start.
Erster CSD in Kaiserslautern: Vorfreude bei Veranstaltenden
"So langsam hätte man gern, dass es losgeht", hatte Lena Karch aus dem Orga-Team im Vorfeld gesagt. Alles sei vorbereitet, jetzt wachse die Spannung. Seit Herbst hatten sie und viele weitere Ehrenamtliche das Event auf die Beine gestellt. "Wir machen das alle in unserer Freizeit. Es sind vermutlich mehrere tausend Stunden, die da reingeflossen sind." Und auch im Vorfeld gab es schon zahlreiche Veranstaltungen rund um den CSD:
Sicher und barrierefrei feiern in Kaiserslautern
Was dem Veranstaltenden wichtig war: Zugang und Sicherheit für alle. Das Programm auf dem Schillerplatz wurde von einem Gebärdensprachedolmetscher-Team begleitet. Auch an den Infoständen gab es Ansprechpersonen für Gebärdensprache. Zudem wurde das Bühnenprogramm per Livestream übertragen.
Gemeinsam mit Stadt und Polizei war ein Sicherheitskonzept erarbeitet worden. Clara Rothländer aus dem Team betonte: "Es wird so sicher, wie wir es möglich machen können – und es wird auch dafür gesorgt, dass unsere Veranstaltung stattfinden kann, ohne gestört zu werden."
Warum überhaupt ein CSD in Lautern?
Die Idee war spontan entstanden - bei einer Veranstaltung des Kulturwerks Pfaff im Spätsommer 2024. Ein paar Aktive des Vereins "LauterRegenbogen" fragten sich: "Warum gibt's hier eigentlich noch keinen CSD?" Ein Jahr später hatte ein Team aus Ehrenamtlichen das Event auf die Beine gestellt.
"Es geht darum, dass queere Vielfalt zum Alltag dazugehört", so das Orga-Team. "Wir wollen sichtbar machen, dass Vielfalt unsere Gesellschaft bereichert – auch hier in der Westpfalz."
Symbolkraft Regenbogenflagge - Diskussion auch in Berlin
Bundesweit wird derzeit immer wieder über die Symbolkraft der Regenbogenflagge diskutiert - auch im Zusammenhang mit dem CSD in Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte mit Blick auf die Forderung, die Fahne auf dem Reichstag zu hissen, für Aufsehen gesorgt. Das Parlament sei "kein Zirkuszelt", sagte Merz. Eine Aussage, die bundesweit auf scharfe Kritik gestoßen ist, insbesondere bei der queeren Community.