Die Westpfalz will zukünftig gemeinsam Gewerbe- und Industrieflächen entwickeln und für Unternehmen als geschlossene Wirtschaftsregion auftreten. Vorstellbar ist das als Zweckverband mit allen sieben Regionen. Die Idee hat Landrat Ralf Leßmeister (CDU) jetzt im Rahmen eines Jahresrückblicks der gemeinsamen Wirtschaftsförderung von Stadt und Kreis Kaiserslautern (WFK) präsentiert. Ein gemeinsamer Zweckverband für Industrie- und Gewerbeflächen mit Stadt und Kreis war im August vergangenen Jahres gescheitert.
Gewerbe und Industrie: Strategiewechsel in der Westpfalz
"Ein größerer Verbund kann deutlich schlagkräftiger agieren als einzelne Gebietskörperschaften", betonte Leßmeister. "Wir wollen in die Lage kommen, Gewerbe- und Industrieflächen auf Vorrat anzulegen, um bei Unternehmensanfragen schnell reagieren zu können.“ Gerade bei großen Investoren wie BioNTech oder Lilly in Rheinhessen habe sich gezeigt, wie entscheidend verfügbare Flächen für die Standortwahl seien.
Außerdem würden gemeinsam vermarktete Wirtschaftsregionen attraktiver als einzelne Kommunen auf internationale Unternehmen wirken, so der WFK-Geschäftsführer Philip Pongratz. Als Beispiele nennt er die Metropolregionen Rhein-Neckar oder Rhein-Main. Denn internationale Interessenten für die Ansiedlung von Firmen in der Westpfalz gebe es bereits.
Westpfalz: Solidarität in der Wirtschaft gegen Schulden und leere Kassen?
Viele Kommunen der Westpfalz sind hoch verschuldet und müssen mit Liquiditätskrediten arbeiten. Nur durch neue Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen könnten Kommunen ihre Defizite abbauen. "Es ist essentiell, die wirtschaftliche Weiterentwicklung voranzutreiben", so Leßmeister, "das ist die einzige Stellschraube für zukunftsorientiertes Handeln."
Ein Zweckverband könnte hier neue Möglichkeiten bieten, was die Förderung von neuen Flächen und deren Finanzierung angeht, da Kommunen die Kosten allein nicht stemmen können. Im Februar soll eine "Zukunftsimpuls-Studie" Erkenntnisse über die Bedürfnisse und Chancen der Region liefern. Damit soll an der Idee einer gemeinsamen Wirtschaftsregion weitergearbeitet werden.