Ein 61 Jahre alter Mann war am Landgericht Kaiserslautern angeklagt. Er soll vor einem Jahr eine 58-jährige Frau getötet haben - in ihrem Haus in Kusel. Dort war ihre Leiche im Februar 2025 im Keller des Gebäudes gefunden worden. Nun hat das Gericht ein Urteil gefällt: Der 61-jährige Bauarbeiter wurde wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren und neun Monaten verurteilt, wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte.
Rückblick: Frau in Kusel nach Streit getötet
Die 58-Jährige soll den Mann beauftragt haben, damit er bei ihr am Haus in Kusel Bauarbeiten erledigt. Und dafür soll sie dem Mann eine größere Summe Bargeld gegeben haben - das bereits Monate vor der Tat. Von dem Geld sollte der Mann Baumaterial kaufen.
Allerdings hatte der 61-Jährige der Frau nach Angaben der Staatsanwaltschaft gesagt, dass ihm das Geld bei einem Verkehrsunfall entwendet worden war. Am Tattag sollen sich der Bauarbeiter und die Auftraggeberin dann gestritten haben - über die Arbeiten, die noch ausgestanden haben und über das Geld dafür. Die zuständige Kammer sah es als erwiesen an, dass der Mann im Februar 2025 mit der Frau in einen Streit über die Bezahlung der Bauarbeiten geraten war, der anschließend eskalierte.
Der 61-Jährige soll die Frau zuerst mit einem Metallgegenstand geschlagen haben. Durch den Angriff soll die Frau hingefallen sein. Der Angeklagte soll danach weiter auf die Frau eingeschlagen und auch eingetreten haben. Auch dann, als sie schon ohnmächtig auf dem Boden gelegen hat, wie während der Verhandlung geschildert wurde.
Prozessauftakt: Angeklagter bestritt Vorwürfe
Zum Prozessauftakt sagte die Staatsanwaltschaft noch: Die Frau starb, weil sie durch die Schläge ein schweres Schädelhirntrauma erlitt und danach an ihrem eigenen Blut erstickt ist. Der Angeklagte selbst bestritt die Tat und behauptete, die Frau beim Verlassen des Kellers noch lebend zurückgelassen zu haben. Er vermutete stattdessen seinen Chef, der später mit dem Schlüssel des Opfers aufgetaucht sei und sich verdächtig verhalten haben soll.
Im Laufe der Verhandlung sagten weitere Zeugen aus, darunter ein Freund des Angeklagten und die Mutter des Opfers.
Totschlag-Urteil am Landgericht Kaiserslautern
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann die Tat nicht geplant hat. Der Angeklagte sitzt seit Monaten in Untersuchungshaft. Das Urteil fiel in der vorvergangenen Woche und ist noch nicht rechtskräftig.