Im Fritz-Walter-Stadion soll künftig nicht nur Fußball gespielt, sondern auch gelernt werden. Mit dem neuen Projekt "BetzeBildet" bietet der 1. FC Kaiserslautern Workshops zu gesellschaftlichen Themen an. Auch die Stadt und Schulen aus der Region beteiligen sich.
Workshops in Kaiserslautern richten sich an Jugendliche bis 18 Jahren
Mitmachen können Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 18 Jahren, mit ihrer Schulklasse, ihrem Verein oder einer Jugendgruppe. Die Angebote sind kostenlos und werden altersgerecht angepasst.
Der FCK will junge Menschen dazu ermutigen, sich eine eigene Meinung zu bilden, mitzureden und ihr Umfeld aktiv zu gestalten, sagt Projektleiterin Jil Biedinger. "Wir wollen Kinder und Jugendliche an einem Ort erreichen, mit dem sie ohnehin eine starke emotionale Verbindung haben." Die Strahlkraft des FCK helfe dabei, gesellschaftlich relevante Themen lebensnah zu vermitteln.
Fünf Module von Fachleuten erklärt
"BetzeBildet" besteht aus fünf Modulen: Zivilcourage und Awareness, Kinderrechte, Medienkompetenz, Nachhaltigkeit und Rassismusprävention.
Die Workshops dauern, so heißt es vom FCK, jeweils einen Tag. Neben Informationen zum jeweiligen Modul arbeiten die Teilnehmenden in kleinen Gruppen. Auch eine kurze Stadionführung gehört zum Programm. Die inhaltlichen Einheiten übernehmen entweder Mitarbeitende des FCK, die sich beispielsweise mit Nachhaltigkeit oder Kinderrechten beschäftigen, oder externe Fachleute aus Pädagogik, Sozialarbeit und politischer Bildung.
Schülerprojekt wird Teil von "BetzeBildet"-Workshop
Rassismus ist im Fußball immer wieder ein Thema. Auch im Fritz-Walter-Stadion hat es in der Vergangenheit rassistische Vorfälle gegeben. Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schule Zweibrücken (BBS) setzen sich deshalb mit Rassismus im Fußball auseinander. Ihr Projekt trägt den Titel "FCK gegen Rassismus – Lautrer für Vielfalt".
"Es gab schon mal ein Projekt mit Bezug zum FCK an unserer Schule. Dann haben wir überlegt, welche Themen uns beschäftigen und die Gesellschaft – und sind beim Thema Rassismus gelandet, weil es in der Gesellschaft immer noch leider präsent ist und auch im Fußball."
Die Gruppe hat zunächst zur Geschichte des Rassismus im Fußball recherchiert und sich aktuelle Beispiele angeschaut.
Betzeprojekt: Schülergruppe entwickelt Workshop gegen Rassismus
Danach haben die Schülerinnen und Schüler Menschen aus dem Umfeld des FCK kontaktiert, etwa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter oder Beteiligte rund um den Verein, und Interviews geführt, um Perspektiven zu bekommen, die sie allein durch Internetrecherche nicht gefunden hätten.
Im nächsten Schritt soll aus dem Projekt ein eigener Workshop im Rahmen von "BetzeBildet" werden: Nach dem Prinzip "Schüler lernen von Schülern" will die Gruppe ihre Ergebnisse anderen Klassen vorstellen und weitergeben, was sie über Rassismus im Fußball gelernt hat.
FCK will "BetzeBildet" langfristig fortsetzen
Das Projekt wird mit vereinseigenen Mitteln finanziert. Laut Projektleitung haben sich bereits erste Schulen aus Zweibrücken und der Region gemeldet, die mitmachen wollen, unter anderem aus Kaiserslautern, Ramstein und Kusel.
Nach dem ersten Schuljahr soll das Projekt ausgewertet werden. Ziel ist laut Jil Biedinger, dass sich "BetzeBildet" als dauerhafter Bestandteil der Bildungslandschaft in der Region etabliert:
"Wir wollen nach diesem Schuljahr schauen, wie es sich weiterentwickelt hat, mit dem Ziel, dass wir uns als langfristiger Bildungsakteur in der regionalen Bildungslandschaft etablieren können. Es soll auch nach diesem Schuljahr weitergehen."