Für die meisten Autofahrerinnen und Autofahrer ist es die wichtigste Frage des Tages: Was kostet der Liter Kraftstoff heute? Mit E20 soll ein neuer, günstiger und umweltfreundlicher Sprit kommen, der auch an Tankstellen in Rheinland-Pfalz verfügbar sein soll. Das gilt es zu beachten:
1. Was ist E20 überhaupt?
2. Ab wann gibt es E20 an Tankstellen in Rheinland-Pfalz?
3. Woran erkenne ich, ob mein Auto E20 verträgt?
4. Was passiert, wenn ich E20 tanke, aber mein Auto dafür nicht ausgelegt ist?
5. Wird E20 günstiger sein als normaler Super-Kraftstoff?
6. Warum befürworten Landwirte in Rheinland-Pfalz den Biosprit?
1. Was ist E20 überhaupt?
E20 ist ein Benzin-Kraftstoff, der bis zu 20 Prozent Bioethanol enthält, also doppelt so viel wie E10 und viermal so viel wie E5. Bioethanol wird überwiegend aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen, zum Beispiel aus Getreide, Mais und Zuckerrüben. Es soll helfen, gegenüber rein fossilen Kraftstoffen die CO₂-Emissionen im Verkehr zu senken.
2. Ab wann gibt es E20 an Tankstellen in Rheinland-Pfalz?
Die EU-Kommission prüft aktuell, E20 als neuen Kraftstoff EU-weit einzuführen. Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft rechnet nach eigenen Angaben mit einem positiven Ergebnis und hält es für realistisch, dass E20 schon 2027 eingeführt wird. Dann werde es in ganz Deutschland ein "Rollout" des Kraftstoffes geben, also auch in Rheinland-Pfalz. Wo E20 genau angeboten werde, hänge von den Tankstellenbetreibern ab.
Die deutschlandweit erste Zapfsäule mit E20 gibt es bereits seit Oktober 2023 in Mannheim: Sie ist allerdings testweise auf die Autoflotte eines Unternehmens begrenzt. Eine weitere Tankstelle, die den neuen Kraftstoff in einem Pilotprojekt auch für Privatkundinnen und -kunden anbietet, steht seit März dieses Jahres in Gießen.
Diesel- und Benzinpreise So tanken Sie heute günstig
Spritpreise am 8. August 2026: Superbenzin kostet im Mittel 2,14€, E10 2,08€ und Diesel 2,14€ in Deutschland. So teuer ist es in Ihrer Nähe.
3. Woran erkenne ich, ob mein Auto E20 verträgt?
Ob ein Fahrzeug E20-Kraftstoff verträgt, hängt laut ADAC Mittelrhein in erster Linie von der Freigabe des Herstellers ab. Der Automobilverband empfiehlt: Autofahrer sollten unbedingt in der Betriebsanleitung nachsehen oder direkt beim Hersteller nachfragen.
Grundsätzlich gelte: Viele neuere Benzinfahrzeuge seien für höhere Ethanolanteile ausgelegt, bei älteren Modellen bestehe jedoch ein erhöhtes Risiko von Materialunverträglichkeiten.
Bis zu 6 Cent günstiger E20 kommt! Verträgt dein Auto den günstigeren Sprit?
Ab 2027 gibts neuen Kraftstoff an der Zapfsäule: E20. Was hat es damit auf sich, was musst du wissen und darf dein Auto E20 tanken?
Laut Volkswagen zum Beispiel ist das neue E20 bis auf wenige Ausnahmen für jedes Modell ab Baujahr 2016 nutzbar - und zwar für Autos der Marken VW, Skoda, Audi, Seat und Cupra. Dazu zählten auch leistungsstarke Modelle wie der Audi RS6 oder der Audi R8.
BMW und Mercedes zum Beispiel bereiten ihre Motoren auf das neue E20 vor. Laut Hersteller BMW kann E20 für einige Modelle ab dem Baujahr 2018 genutzt werden. Der Konzern verweist im konkreten Fall auf die Betriebsanleitung.
Laut Mercedes sind alle neuen Modelle für E20 geeignet. Bei den älteren Modellen sei das abhängig vom Motor.
4. Was passiert, wenn ich E20 tanke, aber mein Auto dafür nicht ausgelegt ist?
Auf Nachfrage erklärt der ADAC Mittelrhein, dass bei nicht freigegebenen Fahrzeugen ein zu hoher Ethanolanteil zu Schäden an Bauteilen des Kraftstoffsystems führen kann, etwa an Dichtungen, Leitungen oder der Einspritzanlage. Im ungünstigsten Fall drohten Leistungsverlust, unruhiger Motorlauf oder teure Reparaturen. Zudem könne die Herstellergarantie entfallen, wenn ein nicht zugelassener Kraftstoff verwendet werde.
5. Wird E20 günstiger sein als normaler Super-Kraftstoff?
E20 soll durch seinen höheren Bioanteil und geringere CO₂-Kosten günstiger sein als rein fossiles Benzin - ein Argument, das Verbraucher zum Umstieg motivieren könnte. Der Bundesverband der deutschen Bioethanolwirtschaft rechnet damit, dass der neue Sprit auch einige Cents günstiger als E10 wird. Einen genauen Preis könne man allerdings nicht nennen, denn die Preisgestaltung liege bei den Mineralölgesellschaften.
6. Warum befürworten Landwirte in Rheinland-Pfalz den Biosprit?
Der Bauern- und Winzerverband RLP Süd sieht den neuen Kraftstoff als Chance. Er erhofft sich eine steigende Nachfrage nach Rohstoffen, die für die Bioethanol-Produktion benötigt werden. Die Marktpreise für diese Rohstoffe seien seit Jahren nicht sehr gut, weil es einen Angebotsüberschuss gebe.
Mit der zusätzlichen Nachfrage von Ethanolherstellern, die auch vom Weizen- oder Zuckerrübenmarkt beziehen, steigen auch wieder die Preise und damit das, was Landwirtinnen und Landwirte erhalten.
Befürchtungen, dass Ackerflächen in Rheinland-Pfalz vermehrt für Kraftstoffe statt Lebensmittel genutzt werden (sogenannte Tank-Trog-Teller-Debatte), kann der Verband nicht nachvollziehen. Einen Vertragsanbau nur für Ethanol gebe es nicht und er sei auch nicht vorgesehen. Zudem könnten neben dem Marktüberschuss an Weizen und Zuckerrüben auch Bioabfälle wie Braugerste für die Herstellung von E20 genutzt werden.