Das größte Problem aus Sicht der Betriebe ist die mangelnde Digitalisierung in der Verwaltung. Die Unternehmen wollen zum Beispiel, dass Anträge online gestellt werden können, in der Praxis funktioniere das jedoch schlecht.
Hohe Steuerbelastung und sanierungsbedürftige Infrastruktur
Unzufrieden ist die Wirtschaft auch mit der hohen Steuerbelastung und der Infrastruktur im Land – sowohl mit den Straßen und Brücken als auch den Breitband- und Mobilfunkanschlüssen. Von der neuen Landesregierung wünschen sich die Unternehmen, dass sie sich in den ersten 100 Tagen vor allem um das sogenannte Sondervermögen des Bundes kümmert: Das Geld soll in Rheinland-Pfalz schnell in sinnvolle Projekte fließen.
Außerdem fordern die Unternehmen weniger Bürokratie und mehr Digitalisierung: Anträge, über die eine Behörde nicht fristgerecht entscheidet, sollen automatisch als genehmigt gelten. Und die Landesregierung sollte ein neues Förderprogramm auflegen, um den Mittelstand bei Künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit zu unterstützen.
Mehr als doppelt so viele Firmen sehen negativen Trend
Die Einschätzung der Standortentwicklung der vergangenen fünf Jahre fällt verhalten aus: 26 Prozent der Unternehmen bewerten die zurückliegende Entwicklung negativ. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 lag der Anteil negativer Bewertungen bei lediglich 11 Prozent.
Diese Verschiebung ist ein deutliches Warnsignal für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes.
Die Standortumfrage der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz lief im Januar 2026. Dabei wurden neben Querschnittsaussagen zur Situation des Wirtschaftsstandortes insgesamt elf Standortfaktoren hinsichtlich Wichtigkeit und Zufriedenheit abgefragt.1.046 Unternehmen mit insgesamt rund 208.000 Beschäftigten haben daran teilgenommen.