Seit Jahrzehnten diskutiertes Projekt

Warum die IHK bei der Mittelrheinbrücke auf mehr Tempo drängt

Unternehmen und die IHK machen Druck: Die seit Jahrzehnten diskutierte Mittelrheinbrücke soll endlich kommen. Die Bedingungen dafür könnten gerade kaum besser sein, sagen sie.

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Stand

Vor 15 Jahren hat die UNESCO dem Bau der Mittelrheinbrücke zugestimmt. Inzwischen ist klar, dass der Bau grundsätzlich möglich ist. Und im Frühjahr 2023 haben der Rhein-Hunsrück-Kreis und der Rhein-Lahn-Kreis grünes Licht für den Start des Planfeststellungsverfahrens gegeben. Doch seitdem ist es still geworden um das Projekt.

Dabei wäre die Brücke für viele Menschen am Mittelrhein ein echte Bereicherung, sagt Arne Rössel, der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Koblenz. Deshalb mache man jetzt Druck, sagte er am Dienstag in St. Goar: Man brauche einen verbindlichen Zeit- und Finanzierungsplan und klare Zuständigkeiten.

IHK Koblenz kritisiert langsames Vorgehen

Rössel ist überzeugt, dass die Bedingungen für den Bau der Mittelrheinbrücke noch nie so günstig waren wie jetzt. Einer der Hauptgründe dafür sei die finanzielle Unterstützung, die das Land Rheinland-Pfalz signalisiert habe. Denn am Montag hat das Mainzer Verkehrsministerium bekanntgegeben, dass das Land bis zu 90 Prozent der Baukosten übernehmen würde. "Wir sind als Land bereit, hier Verantwortung zu übernehmen und uns ganz besonders einzubringen", sagte die rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsministerin Daniela Schmitt (FDP) dazu.

IHK: Geld aus dem Sondervermögen sichern

Hinzu kommt das Sondervermögen des Bundes für Infrastrukturprojekte, das ebenfalls für den Bau der Brücke genutzt werden könnte. Doch die Zeit drängt: Die IHK Koblenz warnt, dass die Mittel aus dem Sondervermögen nicht unbegrenzt verfügbar seien. Man müsse jetzt handeln, bevor diese Möglichkeit verstreiche. Einen weiteren Verzug aber könne man sich nicht leisten, argumentiert Arne Rössel: Die fehlende Brücke sorgt demnach für lange Wege und behindert die Lebensqualität der Menschen im Welterbetal.

LBM prüft Naturschutz und Welterbe-Verträglichkeit

Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) prüft derzeit verschiedene Varianten für eine mögliche Mittelrheinbrücke. Dazu hat der LBM laut eigenen Angaben auch den Naturschutz und die Welterbe-Verträglichkeit im Blick. Diese Untersuchungen beziehen sich den Angaben zufolge auf den Korridor für die Brücke, der zuletzt im Gespräch war - zwischen Wellmich und Sankt Goar-Fellen auf der anderen Rheinseite. Dort sollen die Pläne für eine Mittelrheinbrücke konkretisiert werden. Aber erst mit einer Zustimmung der UNESCO zu den konkreten Plänen gehe es weiter mit dem noch nötigen Planfeststellungsverfahren.

Brücke am Mittelrhein würde das Leben einfacher machen

Die Mittelrheinbrücke soll in Zukunft den Rhein-Lahn-Kreis besser mit dem Rhein-Hunsrück-Kreis verbinden. Für Pendler, Unternehmen und die Tourismusbranche wäre sie ein Vorteil. Aktuell müssen Anwohner und Touristen über weiter entfernte Brücken auf die andere Seite fahren oder mit den Fähren übersetzen. Das kostet Geld und Zeit. Gegner des Projekts weisen dagegen auf mögliche ökologische und landschaftliche Beeinträchtigungen durch die Brücke hin.

Landräte wollen Sachstand in Kreisgremien vorstellen

Der Landrat des Rhein-Hunsrück-Kreises, Volker Boch (parteilos), und der Landrat des Rhein-Lahn-Kreises, Jörg Denninghoff (SPD), begrüßen die in Aussicht gestellte finanzielle Beteiligung am Brückenbau durch das Land als ein klares und gutes Signal. Beide wollen den aktuellen Sachstand in den kommenden Sitzungen ihrer Kreisgremien vorstellen. Die beiden Kreise müssten nach dem aktuellen Vorschlag je fünf Prozent der Baukosten tragen. 

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