Gluthitze belastet am Arbeitsplatz und Zuhause
Alte und kranke Menschen leiden besonders unter der Hitze und für Wohnsitzlose kann sie zur tödlichen Gefahr werden. Aber auch auf der Arbeit wird die Gluthitze zur Belastung, denn längst nicht jeder Arbeitsplatz ist mit einer Klimaanlage ausgestattet. So schützen Sie sich und andere in den heißen Tagen:
- Essen und Trinken bei Hitze
- Schlafen in Tropennächten
- Arbeiten in der Hitze
- Sport und Bewegung
- Autos in der Hitze
- Hilfen für Haustiere
- Hitze und die Natur
Hochsommer Wetter in RLP: Hitze hält an
Die Woche startete schwül und heiß mit teils schweren Gewittern. Auch die nächsten Tage bleibt es heiß und meist trocken.
Essen und Trinken bei Hitze - Finger weg vom Alkohol
Trinken ist das Zauberwort für Hitzetage: 1,5 bis 2 Liter pro Tag sollten es sein, gerne auch mehr. Der Körper verliert an heißen Tagen viel Flüssigkeit. Menschen mit Herzerkrankungen sollten aber vorsichtig sein: Das Herz muss dann größere Flüssigkeitsmengen durch die Blutgefäße pumpen und kann überanstrengt werden.
Hitzewelle in RLP Obdachlos bei Hitze: Wie Initiativen rund um Koblenz helfen
Hitze kann für Obdachlose zur Gefahr werden. Denn ihnen fehlt oft Zugang zu Trinkwasser und ein Schattenplatz. Im nördlichen Rheinland-Pfalz gibt es viele Initiativen, die helfen.
Isotonische Getränke tun gut in der Hitze. Sie führen dem Körper wichtige Mineralstoffe zu, die er beim Schwitzen verliert. Ayran, ein Getränk aus Joghurt, Wasser und Salz, bietet ebenfalls Flüssigkeit mitsamt wichtiger Mineralstoffe. Ein kaltes Bier oder eine Weinschorle hingegen sind alles andere als gut. Alkohol entwässert und entzieht dem Körper Mineralstoffe.
Was das Essen angeht: Lieber einen bunten Salat oder Obst und Gemüse genießen. Den Schweinebraten mit Klößen für den Winter aufheben. Leichte Gerichte kann der Körper einfacher verdauen. Generell helfen dem Körper bei Hitze salzhaltige Speisen und Lebensmittel wie Käse.
Bereits zur ersten Hitzewelle haben unsere Reporter und Reporterinnen Abkühlung in Rheinland-Pfalz gesucht und gefunden:
Schlafen bei Hitze im Hochsommer - was hilft
Am besten frühmorgens lüften und tagsüber den Rollladen runterlassen. So bleibt die Hitze draußen. Wer keine Fensterläden hat, kann mit Ventilatoren und nassen Tüchern für Abkühlung sorgen.
Ein einfacher Ventilator sorgt für Abkühlung, wenn man ein nasses Handtuch davor hängt. Im Homeoffice kann man sich das Handtuch auch direkt über Schultern oder Kopf legen.
Da sich die kühlste Luft am Boden befindet, hilft auch ein Bodenventilator. Diesen sollte man schräg nach oben ausrichten. Das durchmischt die Luft und sorgt so für gefühlte Abkühlung. Zusätzlich kann man einen Eimer mit Eiswürfeln vor den Ventilator stellen - das verstärkt den Effekt.
Zum Schlafen kann es Abkühlung bringen, ein feuchtes Baumwolltuch ins geöffnete Fenster zu hängen. Die kühlere Luft in der Nacht wird durch die Verdunstung weiter abgekühlt.
Arbeiten bei mehr als 30 Grad
Hitzefrei wie in der Schule gibt es am Arbeitsplatz in der Regel nicht. Die Arbeitsstättenverordnung regelt, welche Maßnahmen die Arbeitgeber ergreifen müssen. Ab 26 Grad soll etwas gemacht werden. Bei mehr als 30 Grad muss dann etwas unternommen werden. Mögliche Maßnahmen sind:
- Ventilatoren aufstellen
- Jalousien anbringen
- den Dress-Code lockern
- Getränke bereitstellen
- längere Pausenzeiten
Übersteigt die Raumtemperatur jedoch die Marke von 35 Grad, gilt es als unzumutbar, in diesem Raum zu arbeiten. Dann muss für Ersatz gesorgt werden: zum Beispiel ein anderes Büro auf der Nordseite oder Arbeitsmöglichkeiten im Keller. Einfach nach Hause gehen beziehungsweise aufhören zu arbeiten, ist bei keiner Temperatur ohne weiteres möglich.
Ein Problem an der Regelung: Auch wenn es heißt, ein Büro mit über 35 Grad Raumtemperatur sei nicht mehr zum Arbeiten geeignet, gibt es kein Recht auf Hitzefrei. Sollte es keinen kühleren Raum geben, liegt es bis zuletzt beim Arbeitgeber, dem Arbeitnehmer freizugeben.
Arbeitsschutz im Sommer Arbeiten in der Hitze - was ist erlaubt?
Das Arbeiten bei hohen Temperaturen im Sommer kann kritisch werden. Wie Arbeitgeber ihre Beschäftigten schützen müssen, was Mitarbeiter dürfen - und was nicht.
Sport und Bewegung in der prallen Sonne
Die Hitze an sich ist schon eine große Belastung für den Körper - auch ohne Bewegung und Anstrengung. Wer alles ein bisschen langsamer angehen lässt, erträgt die Temperaturen leichter.
Wer dennoch nicht auf seine Joggingrunde verzichten will, sollte die kühleren Morgen- oder späten Abendstunden nutzen. Wichtig: Auf die körpereigenen Signale hören, ob sich da nicht doch Überanstrengung oder Überhitzung bemerkbar machen.
Autos: Tödliche Gefahr an Hitzetagen
Im parkenden Auto steigt die Temperatur im Innenraum - selbst mit geöffneten Fenstern - schnell bis auf 70 Grad Celsius an. Kinder, ältere Menschen und Tiere sollten bei Hitze und Sonne daher auf keinen Fall allein im Fahrzeug gelassen werden. Das Auto kann zum lebensgefährlichen Backofen werden.
Hilfen für Haustiere bei heißen Temperaturen
Haustieren sollte unbedingt ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stehen. Feuchte Handtücher, Kühlmatten oder eine Sprühflasche mit Wasser bringen auch Tieren Abkühlung. Spaziergänge mit Hunden sollten in die frühen Morgen- oder Abendstunden gelegt werden.
Wenn es anhaltend heiß und sonnig ist, kann sich Asphalt gefährlich aufheizen. Hunde können sich die Pfoten verbrennen. Das lässt sich einfach mit der flachen Hand testen. Ist es für die eigene Hand zu heiß, fünf Sekunden auf dem Asphalt zu liegen, ist es auch für Hundepfoten zu heiß.
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Sommerhitze und die Natur
Für die Natur ist Hitze vor allem in Verbindung mit anhaltender Trockenheit großer Stress. Die verheerenden Waldbrände bei Bordeaux in Frankreich im Juli 2026 zeigen eindrücklich die Gefahren.
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In Rheinland-Pfalz herrscht nach der Hitze und Trockenheit der vergangenen Tage mancherorts eine hohe Waldbrandgefahr. Die Behörden rufen dazu auf, im Freien besonders vorsichtig zu sein.
Aber nicht nur im Wald, auch im Grasland gibt es Brandgefahr. Die Behörde Landesforsten Rheinland-Pfalz weist auf ihrer Karte Gebiete aus, in denen verdorrtes Wildgras auf offenem Gelände ohne Schatten liegen. Vor allem Imker müssen auf solchen Wiesen aufpassen, wenn sie mit Feuer hantieren. Aber auch eine Glasscherbe oder weggeworfene Zigarettenkippen können im trockenen Gras einen Flächenbrand entfachen.