Mit dem feuchten Wetter haben Viren wieder Hochkonjunktur - und damit auch Atemwegserkrankungen. Darauf sollten Sie bei Grippe (Influenza), Corona und Erkältungen achten:
Gibt es aktuell schon viele Atemwegserkrankungen?
Wie unterscheiden sich Grippe, Corona und Erkältung?
Warum ist die Grippe so gefährlich?
Spielt Corona noch eine Rolle?
Für wen ist welche Impfung sinnvoll?
Gibt es ausreichend Impfstoffe gegen Grippe und Corona?
Kann ich mich auch in Apotheken impfen lassen?
So bleiben Sie gesund - die drei besten Tipps!
Gibt es aktuell schon viele Atemwegserkrankungen?
Das Infektionsradar des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigt klar: Die Arztbesuche wegen akuter Atemwegserkrankungen (dazu gehören Grippe, Corona und Erkältungen) sind in den vergangenen vier Wochen deutlich gestiegen.
Zum Stichtag 1. Oktober meldeten Praxen deutschlandweit durchschnittlich 1.216 Besuche je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner. In Rheinland-Pfalz geht die Tendenz auch klar nach oben, liegt mit 1.026 Besuchen leicht unter dem Durchschnitt. Den bisherigen Höhepunkt des Jahres gab es Anfang Februar: Damals lag der Durchschnitt bundesweit bei 2.044 Besuchen je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner.
Dr. Jonas Fröhlich, Mediziner aus Kaiserslautern und 2. Vorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Rheinland-Pfalz, bestätigt: "Wir merken bereits, dass langsam wieder mehr Patientinnen und Patienten mit Atemwegsinfekten in unsere Praxen kommen. Bislang hält sich die Zahl der Erkrankungen jedoch noch in Grenzen."
Wie unterscheiden sich Grippe, Corona und Erkältung?
- Grippe (Influenza): Eine ernsthafte Infektionskrankheit durch Influenzaviren, die oft plötzlich beginnt und hohes Fieber sowie starke Gliederschmerzen verursacht.
- Corona (Covid-19): Das Coronavirus verursacht Symptome, die einer Grippe oder schweren Erkältung ähneln. Typisch sind Fieber, Husten und Erschöpfung, vereinzelt kommt auch Kurzatmigkeit dazu.
- Erkältung (grippaler Infekt): Eine Erkältung verläuft meist mild. Dahinter stecken verschiedene Viren, die vor allem Husten, Schnupfen und leichtes Krankheitsgefühl verursachen.
"Für Patientinnen und Patienten ist es oft relativ schwierig, eine echte Grippe, also eine Influenza, eine Corona-Infektion und eine klassische Erkältung voneinander zu unterscheiden", sagt der Allgemeinmediziner Jonas Fröhlich. Klarheit bringt ein Besuch in der Arztpraxis.
Warum ist die Grippe so gefährlich?
Das Robert Koch-Institut zählt als typische Symptome einer Grippe auf: plötzlicher Erkrankungsbeginn, Fieber, Husten oder Halsschmerzen sowie Muskel- und/oder Kopfschmerzen. Weitere Symptome können allgemeine Schwäche, Schweißausbrüche, selten auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sein.
Eine Grippe dauert durchschnittlich eine Woche. Hausärzte betonen: Ruhe ist bei einer Influenza sehr wichtig, denn Influenza-Viren schwächen unseren Körper und machen ihn anfälliger für Folgeerkrankungen. In schweren Fällen kann eine Influenza zu Herzmuskel-, Lungen- oder Hirnhautentzündungen bis hin zum Tod führen.
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Dr. Barbara Römer, Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes Rheinland-Pfalz, hat festgestellt: "Die Grippe hat für viele ihren Schrecken verloren." Dabei sei sie für viele Menschen gefährlicher als eine Corona-Infektion. "Die Leute mit Grippe sind echt fix und fertig."
Spielt Corona noch eine Rolle?
Nach Angaben des RKI hat sich Covid-19 zu einer endemischen Erkrankung entwickelt. Das bedeutet: Das Virus zirkuliert in der Bevölkerung, führt jedoch seltener zu schweren Verläufen oder Langzeitfolgen. Erkrankungen bleiben auf einem konstanten, vorhersehbaren Niveau. So sind beispielsweise für Rheinland-Pfalz in den vergangenen vier Wochen (Stichtag: 1. Oktober) nur 45 Fälle gemeldet.
Das liegt zum einen an der hohen Immunität durch Impfungen und durchgemachte Infektionen. Zum anderen lassen sich zurzeit deutlich weniger Menschen auf Corona testen. Die aktuellen Corona-Varianten sorgen meist für einen milden Verlauf der Erkrankung.
Das bestätigt auch Dr. Jonas Fröhlich aus Kaiserslautern. Er betont jedoch: "Ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Krankheitsverlauf besteht vor allem bei Menschen mit relevanten Vorerkrankungen sowie bei älteren Menschen, insbesondere in der Altersgruppe über 75 Jahre."
Wann ist eine Impfung für wen sinnvoll?
Gegen Viren, die eine klassische Erkältung hervorrufen, gibt es keine Impfung. Vor der Grippe und einem schweren Corona-Verlauf kann eine Impfung jedoch schützen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Menschen ab 60 Jahren eine Grippeimpfung. Hier eine Zusammenfassung, für wen eine Impfung gegen die Grippe noch sinnvoll ist:
Nach einer Impfung dauert es bis zu 14 Tage, bis der Schutz vollständig wirkt. Deshalb sollte die jährliche Grippeimpfung zwischen Oktober und Mitte Dezember erfolgen. Wer die Impfung in diesem Zeitraum verpasst, kann sie noch nachholen. Denn es ist nie genau vorhersehbar, wie lange eine Grippewelle dauert.
Hier eine Zusammenfassung, für wen laut STIKO eine Impfung gegen Corona sinnvoll ist:
Nach Angaben der Ständigen Impfkommission sollte die Impfung gegen Corona zu Beginn der Saison, also schon im Spätsommer oder Frühherbst erfolgen. Zwischen einer Corona-Impfung und einer vorherigen Corona-Impfung oder -Erkrankung sollte ein Abstand von mindestens sechs Monaten liegen.
Gibt es ausreichend Impfstoffe gegen die Grippe und Corona?
Die Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz schreibt auf SWR-Anfrage: "Unseres Wissens existieren momentan keine Engpässe bei diesen Impfstoffen." Auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bestätigt, dass aktuell genügend Impfstoffe gegen Influenza und Corona vorhanden sind.
Von einem Lieferengpass spricht das PEI, wenn ein Hersteller seine Impfstoffe voraussichtlich länger als zwei Wochen nicht wie gewohnt liefern kann oder wenn die Nachfrage unerwartet stark steigt und er die Bestellungen nicht mehr rechtzeitig erfüllen kann.
Kann ich mich auch in Apotheken impfen lassen?
Seit 2022 können Sie sich in Apotheken gegen Grippe und Corona impfen lassen. Wichtig zu wissen: Impfungen für Kinder und Jugendliche sind dort nicht möglich. Informationen darüber, welche Apotheken aktuell impfen, gibt es online. Nach Angaben der Landesapothekerkammer gibt es keine genauen Zahlen dazu, wie viele Impfungen tatsächlich vor Ort stattfinden.
Ein neues Gesetz ermöglicht Apotheken, ihr Impfangebot zu erweitern. So kann man sich künftig beispielsweise auch gegen Tetanus oder FSME impfen lassen. Christoph Emmerich, Geschäftsführer der Landesapothekerkammer Rheinland-Pfalz, betont: "Das stärkt die wohnortnahe Versorgung und kommt den Bedürfnissen vieler Patientinnen und Patienten entgegen."
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So bleiben Sie gesund - die drei besten Tipps!
Die drei wichtigsten Tipps, um einer Grippe, Corona oder einer Erkältung vorzubeugen, sind laut Landesapothekerkammer:
- 💨 Ansteckung über die Luft reduzieren. Atemwegsviren verbreiten sich besonders in Innenräumen. In vollen oder schlecht gelüfteten Räumen sollte deshalb regelmäßig kurz und gründlich gelüftet werden. Wenn dies nicht möglich ist, sollten Sie auf eine gut sitzende FFP2-Maske zurückgreifen.
- 🧴 Hände hygienisch halten. Hände regelmäßig und gründlich waschen, besonders nach Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel, nach dem Einkaufen oder Kontakt mit Erkrankten. Außerdem möglichst nicht mit ungewaschenen Händen an Augen, Nase und Mund fassen.
- 💉 Empfohlene Impfungen wahrnehmen. Impfungen, insbesondere gegen Influenza und Covid-19, sind für bestimmte Alters- und Risikogruppen wichtig. Sie sollten beim Arzt oder in der Apotheke rechtzeitig aufgefrischt werden.
Dr. Jonas Fröhlich vom Hausärztinnen- und Hausärzteverband ergänzt: "Wer hustet, niest und sich krank fühlt, sollte nach Möglichkeit zu Hause bleiben!" Wenn es der Beruf erlaubt, sollte man besser im Homeoffice arbeiten und generell Abstand zu anderen Menschen halten.