Vor allem im Sommer fehlen Blutspenden

Warum Blutspenden auch für Spender Vorteile hat

Menschen, die ihr Blut spenden, tun dies vor allem, um anderen zu helfen. Dabei hat Blutspenden auch viele Vorteile für die Spender. Trotzdem fehlen Spenden - vor allem im Sommer.

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Stand

Beim Blutspendetermin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Nackenheim im August haben in nur dreieinhalb Stunden rund 80 Menschen zur Kernzeit Blut gespendet - insgesamt über den ganzen Tag verteilt waren es sogar 95. Die Veranstalter sind damit zufrieden - betonen aber, dass es "immer mehr sein dürften". Denn der Bedarf steigt kontinuierlich: Blut kann nicht künstlich hergestellt werden, Krankenhäuser und Kliniken sind deshalb dauerhaft auf Spenden angewiesen.

Blutspende bei Hitze

"Jede Blutkonserve zu viel ist besser als eine, die fehlt", heißt es an diesem heißen Sommertag beim DRK. Alle sieben Sekunden werde in Deutschland eine Bluttransfusion verabreicht, und rotes Blut hält gekühlt nur 42 Tage. Viele Blutpräparate haben eine begrenzte Haltbarkeit, Vorräte lassen sich deshalb nicht langfristig aufbauen. Daher ist eine kontinuierliche Spendenbereitschaft entscheidend für die medizinische Versorgung. Eine einzige Blutspende dauert nur wenige Minuten, kann aber bis zu drei schwerkranken oder verletzten Menschen helfen.

Sommerloch beim Spenden

Fast das ganze Jahr klagen Krankenhäuser über knappe Ressourcen, aber vor allem in den Sommermonaten gehen die Spenden spürbar zurück. Gründe dafür sind laut DRK Ferienzeit, Hitze und Großereignisse wie etwa eine Fußball-WM. Während einer Hitzewelle spricht das DRK von 20 bis 30 Prozent weniger Blutspenden als sonst. Gleichzeitig bleibt der Bedarf in den Kliniken gleich hoch oder steigt sogar.

Um Spender zu motivieren, bieten viele Aktionen im Sommer kleine Extras an: etwa Salatbuffets, Eis, Slusheis oder Sommersmoothies als Dankeschön nach der Spende.

Blutspenden: Eine Win-Win-Situation

Blutspender sind immer auch Lebensretter. Was viele allerdings nicht wissen: Auch für die eigene Gesundheit hat eine Blutspende Vorteile.

1. Blutspenden ist gut für Blutdruck und Herz

Regelmäßiges Blutspenden kann den Blutdruck von Hypertonie-Patienten senken, also von Menschen, die unter Bluthochdruck leiden. Das haben Studien von Medizinern an der Charité in Berlin ergeben. Untersucht wurden jeweils 150 Blutspender mit normalem und erhöhtem Blutdruck - über eine Dauer von vier Vollblutspenden. Heraus kam, dass der Blutdruck bei Personen mit hohen Ausgangswerten deutlich abnahm.

Blut zu spenden ist gut für Blutdruck und Herz, liefert einen Gesundheits-Check-Up, ist keine Diät, verbraucht aber Kalorien.
Es gibt gute Gründe, Blut zu spenden. Auch, weil der Spender sich damit selbst etwas Gutes tut.

Dieser blutdrucksenkende Effekt hielt bis zu sechs Wochen an. Und noch besser: Je häufiger diese Menschen Blut spendeten, umso stärker fiel die Blutdruck-Abnahme aus.

Bei regelmäßigen Blutspendern ist das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich geringer - und zwar um bis zu 88 Prozent. Das zumindest geht aus einer etwas älteren Langzeitstudie von 1998 aus Finnland hervor. Im Test waren rund 3.000 Probanden.

2. Blutspenden als kostenloser Gesundheits-Check

Vor jeder Blutspende werden neben dem Blutdruck auch die Körpertemperatur sowie der Hämoglobinwert überprüft.

Sollte dabei ein Wert nicht passen, darf der potentielle Spender zu seinem eigenen Schutz erst mal sein Blut nicht spenden.

Wer aber zur Blutspende zugelassen wird, hat den Vorteil, dass sein oder ihr Blut nach jeder Entnahme auf diverse Infektionskrankheiten getestet wird - etwa auf HIV, Hepatitis B und C oder Syphilis. Wer infiziert ist, wird in der Regel sofort benachrichtigt. Wer nicht informiert wird, kann sicher sein, dass sein Blut frei von solchen Erregern ist.  

3. Bestimmung der Blutgruppe

Eigentlich sollte jeder seine Blutgruppe kennen. Ist aber oft nicht so. Blutspender, die zum ersten Mal spenden, erhalten danach einen Blutspendeausweis mit der jeweiligen Blutgrupppe. Die zu kennen, schadet auf keinen Fall und kann möglicherweise bei einem Unfall einen klaren Zeitvorteil bringen.

Diese Blutgruppen-Bestimmung ist beim Blutspenden gratis. Wer seine Blutgruppe einfach nur so wissen will, muss in der Regel dafür zahlen.

4. Kalorienverbrauch durch Blutspende

Gleich vorneweg: Blutspenden ist keine Diät! Aber: Blutspenden kostet Kraft - und damit auch Kalorien. Wie viel Kalorien beim Blutspenden selbst verloren gehen, da sind sich die Experten nicht ganz einig. Geschätzt werden zwischen 650 und 800 Kalorien. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Döner hat rund 700 Kalorien.

Nach dem Blutspenden muss der Körper langfristig den Blutverlust wieder ausgleichen, indem er neue Blutzellen herstellt. Dieser Prozess erfordert Energie. Um das gespendete Blut in den nächsten zwei bis drei Monaten vollständig zu ersetzen, verbrauche der menschliche Körper zusätzliche 2.000 bis 3.000 Kalorien zum Grundumsatz, sagt das DRK. Als neuer Diättrend eignet sich Blutspenden also eher nicht.

5. Blutspenden ist gut für die Psyche

Dafür braucht es eigentlich keine wissenschaftlichen Studien: Für die meisten fühlt es sich einfach gut an, anderen zu helfen. Helfen macht glücklich! Laut DRK kann mit einer einzigen Vollblutspende bis zu drei Patienten geholfen werden. Und allein die Vorstellung, dazu beigetragen zu haben, verleihe vielen Spendern ein Hochgefühl. Dafür gebe es auch einen Namen: "Warm Glow."

Trier

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SWR

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