Die Deutsche Bahn will Ticketkontrollen in Rheinland-Pfalz mit mehrköpfigen Teams sicherer machen. Dafür hat DB Regio am Montag ein Pilotprojekt auf der Moselstrecke zwischen Koblenz und Trier gestartet, wie das Unternehmen mitteilte. Künftig kontrollieren dort Prüfgruppen mit sechs bis acht Mitarbeitern gemeinsam die Fahrscheine in den Zügen.
Ziel: Mehr Schutz für die Beschäftigten
Mit der stärkeren Personalpräsenz sollen Beschäftigte bei Kontrollen besser vor verbalen und körperlichen Übergriffen geschützt und kritische Situationen leichter entschärft werden. Nach Angaben von DB Regio ergänzen die Prüfgruppen bereits laufende Pilotprojekte, bei denen Kontrollen in Doppelbesetzung oder gemeinsam mit Sicherheitskräften stattfinden.
Positive Zwischenbilanz zu Pilotprojekt Zugbegleiter kontrollieren im Tandem die Fahrscheine: Neues Treffen zur Sicherheit im Mai
Die Deutsche Bahn setzt seit einer Woche in vielen Nahverkehrszügen und S-Bahnen in Rheinland-Pfalz Zweier-Teams als Zugbegleiter ein und zieht eine positive Zwischenbilanz. Im Mai steht ein neues Treffen zur Sicherheit an.
Schwarzfahren soll erschwert werden
Nach Angaben des zuständigen Aufgabenträgers SPNV-Nord sollen die Prüfgruppen zudem dazu beitragen, dass mehr Fahrgäste mit gültigen Fahrscheinen unterwegs sind. Perspektivisch soll das Modell auch auf weitere Strecken in Rheinland-Pfalz ausgeweitet werden.
Anfang Februar war ein Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalexpress nahe Landstuhl (Westpfalz) totgeprügelt worden. Der Anlass: Der 26 Jahre alte Täter hatte keinen Fahrschein. Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen und löste eine Debatte über Sicherheit in Zügen aus. Im Juli wurde der Täter zu zehn Jahren Haft wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt.