Die Behandlung von Krebs mit Gentechnik wird bereits genutzt. Dabei werden den Patienten Abwehrzellen entnommen, die dann im Labor gentechnisch verändert und anschließend wieder in den Körper eingebracht werden. Bei Blutkrebserkrankungen zeigt diese Methode bereits große Erfolge. Bei sogenannten soliden Tumoren, etwa bei Lungenkrebs oder Brustkrebs, blieb sie bisher weitgehend erfolglos. Wissenschaftlern aus Tübingen ist es jetzt gelungen, diese Krebstherapie noch einmal zu verbessern.
Optimierte Gentherapie zur verbesserten Tumorbekämpfung
Die Tübinger Wissenschaftler haben jetzt eine veränderte Form der Genschere benutzt, mit deren Hilfe sie noch präziser in die Zellinformationen eingreifen können. In Tests an Mäusen hat sich gezeigt, dass die so veränderten neuen Immunzellen länger wirken und auch bei schwer zu therapierenden Tumoren helfen könnten, etwa beim Neuroblastom, einer besonders aggressiven Krebsart bei Kindern. Nach Einschätzung der Universität Tübingen könnte das die Behandlung von schwer therapierbaren Krebserkrankungen künftig insgesamt deutlich voranbringen. In einem nächsten Schritt sind klinische Studien geplant, um die neue Technik an Patienten und Patientinnen zu testen, so Steven Pohl, von der Forschungskommunikation des Universitätsklinikums Tübingen.
Wie die CAR-T Zelltherapie funktioniert
Bei den Patienten werden mit einer Blutwäsche die im Blut enthaltenen Immunabwehrzellen herausgefiltert. Die daraus gewonnenen T-Zellen werden im Labor gentechnisch so verändert, dass sie einen besonderen Rezeptor auf ihrer Oberfläche bilden: den chimären Antigenrezeptor, kurz CAR genannt. Diese veränderten Immunzellen werden Patienten in der Regel nach einer Blutwäsche verabreicht. Mit ihrem neuen Rezeptor können die gentechnisch veränderten CAR-T-Zellen dann Krebszellen im Körper aufspüren und vernichten.
Im Bereich Immuntherapie in der Krebsbehandlung gab es an der Tübinger Uniklinik bereits mehrere Forschungsprojekte. Das Bundesministerium für Forschung förderte zuletzt ein groß angelegtes Forschungsprojekt zur Immuntherapie gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs der Tübinger Uni gemeinsam mit mehreren Kliniken mit 10 Millionen Euro.