Giftspinne in Tübinger Keller

Chilenische Einsiedlerspinne in weiterem Gebäude? Uni prüft neuen Verdachtsfall

Hat sich eine extrem seltene Spinnenart nicht nur in einem Keller, sondern auch anderswo an der Universität Tübingen niedergelassen? Unterdessen ändert die Uni ihre Strategie.

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Von Autor/in Laura Zacharias

Nach dem Fund von rund 20 chilenischen Einsiedlerspinnen in einem Hörsaalzentrum prüft die Uni Tübingen nun einen weiteren Spinnenfund - in einem anderen Uni-Gebäude. Dort hatte sich am Mittwoch ein Verdachtsfall aufgetan, ebenfalls in einem nicht-öffentlich zugänglichen Keller. Das bestätigte Uni-Sprecher Stefan Bentele dem SWR.

Aktuell wird geklärt, ob es sich auch hier um die chilenische Einsiedlerspinne handelt.

Schädlingsbekämpfer lehnen Klebefallen ab

Sollte sich der Verdacht bestätigen, so Bentele, würden auch hier entsprechende Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Man werde sich dabei mit dem Spinnenexperten Hubert Höfer vom Naturkundemuseum Karlsruhe und dem Unternehmen für Schädlingsbekämpfung, das die Uni mittlerweile beauftragt hat, abstimmen.

Dieses habe sich inzwischen dagegen ausgesprochen, die Chilenische Einsiedlerspinne mit Klebefallen zu bekämpfen, wie es Spinnenexperte Höfer empfohlen hatte. Es wird nun eine Methode mit Bekämpfungsmitteln vorbereitet, die in der EU zugelassen sind.

Mitarbeiter vor Giftspinne gewarnt

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass in einem nicht öffentlich zugänglichen Keller des Uni-Hörsaalzentrums Morgenstelle rund 20 Exemplare der chilenischen Einsiedlerspinne eingefangen wurden. Der Spinnenexperte Hubert Höfer hat die Tiere bestimmt und für weitere Untersuchungen mit nach Karlsruhe genommen. Die Uni hatte daraufhin Studierende und Mitarbeitende im betroffenen Bereich mit Aushängen und Rundmails gewarnt und zur Vorsicht angewiesen.

Kontakt mit der Uni in Helsinki aufgenommen

Es ist das erste Mal, dass die Chilenische Einsiedlerspinne, auch chilenische Winkelspinne genannt, überhaupt in Deutschland aufgetaucht ist. Bisher war in Europa nur in Helsinki eine Population bekannt - ebenfalls in einem Gebäude der dortigen Universität. Dort lebt die Spinnenart seit rund 60 Jahren, ohne dass es jemals zu einem Biss gekommen ist. Mit der Universität Helsinki habe die Tübinger Uni nun Kontakt aufgenommen, erklärte Sprecher Stefan Bentele.

Unklar: Wie kam die Einsiedlerspinne nach Tübingen?

Auf welchem Weg die Spinnenart nach Tübingen gelangt ist, weiß man an der Uni nicht. Spinnenexperte Höfer sagt dazu: "Die Art wird häufig verschleppt und wurde inzwischen in zahlreichen Ländern außerhalb Südamerikas entdeckt." Das liege auch daran, dass sie häufig in Gebäuden lebe und von dort etwa in Exportgüter gelange.

Die Chilenische Einsiedlerspinne, die aus Südamerika stammt, gilt laut der Uni als giftig, nachtaktiv und nicht bissfreudig, außer sie fühle sich bedroht. Sollte es dennoch zu einem Biss kommen, sei ärztliche Behandlung notwendig. In seltenen Fällen könne es zu Gewebeschäden kommen.

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Laura Zacharias

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