An der Universität Tübingen sind etwa 20 chilenische Giftspinnen entdeckt worden. In einem nicht öffentlich zugänglichen Keller des Hörsaalzentrums Morgenstelle sind die chilenischen Einsiedlerspinnen aufgetaucht - zum ersten Mal überhaupt in Deutschland. Hubert Höfer, Leiter des Referats Zoologie am Staatlichen Museum für Naturkunde in Karlsruhe, bestimmte die Tiere. Zuerst hat das "Schwäbische Tagblatt" in Tübingen über die Spinnenpopulation berichtet.
Giftspinne von Südamerika nach Europa verschleppt
Eigentlich kommt die Spinnenart hauptsächlich in Südamerika vor, in Europa gab es laut Höfer bisher nur eine Meldung. "Die Art wird allerdings häufig verschleppt und wurde inzwischen in zahlreichen Ländern außerhalb Südamerikas entdeckt", sagt Höfer. "Das liegt auch daran, dass sie häufig in Gebäuden lebt und von dort etwa in Exportgüter gelangt." Sie hat sechs Augen und erreicht mit ausgestreckten Beinen einen Durchmesser von drei bis fünf Zentimetern.
Chilenische Spinne gilt als menschenscheu
Die chilenische Einsiedlerspinne ist laut einer Mitteilung der Universität Tübingen menschenscheu und nachtaktiv. Bisse seien selten. Die Gefahr für Menschen sei deshalb eher unwahrscheinlich. Sollte es doch zu einem Biss kommen, sei eine ärztliche Behandlung notwendig. Um das Risiko zu minimieren, hat die Universität umgehend alle Nutzerinnen und Nutzer der betroffenen Räume informiert und Maßnahmen zur Bekämpfung der Spinne eingeleitet.
Mit Klebefallen chilenische Spinne bekämpfen
Wie lange die Spinnen schon in Tübingen leben, lässt sich laut dem Experten nicht mehr nachvollziehen. Zur Eindämmung rät Höfer der Uni nun zu Klebefallen. Er geht aber auch davon aus, dass die Spinnenart dort nicht mehr wegzukriegen sein wird.
An der Universität Helsinki in Finnland lebt die chilenische Spinnenart seit 60 Jahren in einem Gebäude, bisher wurde dort noch kein Mensch gebissen.