Seit Kurzem gibt es in Tübingen sogenannte "Offline-Veranstaltungen". Dahinter steckt ein Tübinger Ehepaar, das Menschen eine gemeinsame Zeit ohne Handy ermöglichen will. Einmal im Monat laden sie zum Offline-Café ein.
Gegen Handysucht: Regeln des Offline-Cafés in Tübingen
Die zwei wichtigsten Regeln des Offline-Cafés sind: Das Handy bleibt in der Tasche. Und: Man darf sich jederzeit bei anderen Gästen dazusetzen. Wer möchte, kann sich vor der Veranstaltung einen Sticker auf sein Smartphone kleben. Der soll einen dann jedes Mal, wenn man das Handy gerade aus der Tasche holen will, erinnern. "Das Handy ist für uns ganz oft ein Sicherheitsanker. Und wenn wir uns unwohl fühlen, dann greifen wir zum Handy", erklärt Initiatorin Kasia Schumann. Dem will sie mit ihrem Mann Torben Schumann entgegenwirken.
Speeddating auf Freundschaftsbasis
Damit an den Tischen keine komische Stille entsteht, haben die beiden Zettel mit Fragen auf die Tische gelegt, die ein Gespräch anregen können. Das nutzen die Besucherinnen und Besucher auch. Ansonsten spielen sie, quatschen oder basteln.
Die Gäste sind begeistert vom Konzept: "Schön, dass man andere Menschen kennenlernen kann, ohne abgelenkt zu sein", sagt einer. Eine junge Frau bemerkt bei sich: "Ich fühle mich ein bisschen nackt ohne das Handy, aber gut!"
Verschiedene Events zu unterschiedlichen Preisen
Neben dem Offline-Café bieten Kasia und Torben Schumann noch andere Events an, zum Beispiel einen Spieleabend, ein Dinner oder gemeinsames Lesen.
Es geht um die echte Vernetzung und den echten Austausch miteinander.
Das Offline-Café betreiben die Schumanns bislang auf Spendenbasis. In Zukunft wollen sie allerdings ein kleines Eintrittsgeld einsammeln. "Damit wir langfristig solche Räume und Events kreieren können." Damit die Gäste - zumindest einen Abend lang - handylos glücklich sein können.