Rätselraten in Eutingen im Gäu (Kreis Freudenstadt): In den Ortsteilen Rohrdorf und Weitingen haben die Gemeinde und die Gäuwasserversorgung am 13. August vormittags und abends sowie am 14. August vormittags im Trinkwassernetz plötzlich einen sehr hohen jeweils kurzzeitigen Anstieg des Wasserverbrauchs festgestellt.
Schwierige Suche nach der Ursache
Die Suche nach der Ursache gestaltete sich schwierig: Ein Wasserrohrbruch konnte ausgeschlossen werden, denn der erhöhte Verbrauch ist in klar abgegrenzten Zeitfenstern und nur an den zwei Tagen aufgetreten.
Eine Entnahme per Wasserhahn oder Gartenschlauch kam aufgrund der Menge nicht in Betracht, teilt die Gemeinde mit. Rücksprachen mit Landwirten ergaben nichts. Auch bei Kontrollfahrten kam nichts heraus.
Bürgermeister: "Nicht jemandem Fehlverhalten unterstellen"
Eutingens Bürgermeister Markus Tideman (parteilos) sagte: "Es geht nicht darum, jemandem ein Fehlverhalten zu unterstellen". Denn eine Wasserentnahme in dieser Größenordnung könne legal erfolgen, etwa über ein Standrohr an einem Hydranten für Bauarbeiten, Reinigungsarbeiten, Bewässerung oder Befüllungen. "Uns geht es allein darum, die Ursache zu verstehen", erklärte Tideman.
Die Bürger sollten bei Beobachtungen Ort, Zeitpunkt und befüllte Fahrzeuge, Tankwagen, Fässer, Container, Standrohre an Hydranten oder laufendes Wasser melden. Dazu rief der Eutinger Bürgermeister über die Website, Facebook und Instagram auf. Ungewohnte Geräusche sowie Druckschwankungen im Leitungsnetz könnten ebenfalls Hinweise geben.
Bürger können weiterhin Tipps zu Verursacher geben
Tatsächlich erhielt die Gemeinde etliche Hinweise und Vermutungen: So mutmaßten einige Bürger, die Bewässerung von Sportplätzen oder das Befüllen von Pools könnten mögliche Gründe gewesen sein.
Seit 14. August kein Wasserverlust mehr in Eutingen aufgetreten
Die Suche nach der mysteriösen Ursache zeigte noch keinen Erfolg: Seit vergangenem Freitagnachmittag (13. August) vermeldet die Gemeinde Eutingen im Gäu keine Auffälligkeiten mehr hinsichtlich des Trinkwasserverbrauchs. Die zunächst unerklärlich hohe Entnahme von Trinkwasser beschränkte sich somit auf zwei Tage.
Wir gehen davon aus, dass die Ursache oder der Verursacher nicht mehr aktiv sind und somit keine Gefahr mehr für den Betrieb des Wassernetzes besteht."
Bei Wasserendabrechnung kann man Verbrauch nachvollziehen
Und wie geht es jetzt weiter? "Weiterforschen können wir nicht. Wir stellen fest, dass die Wasserverbräuche nicht mehr abnormal sind. Wir gehen davon aus, dass es eine legale Wasserentnahme war", zeigt sich Markus Tideman zuversichtlich - und hofft weiterhin auf Hinweise. Wichtig sei, dass das Trinkwassernetz nicht in Mitleidenschaft gezogen worden sei.
Wenn sich daraus nichts ergibt, setzen Gemeinde und Gäuwasserversorgung darauf, spätestens mit der Jahreswasserabrechnung Anfang 2027 erkennen zu können, wer kurzzeitig so viel Wasser verbraucht hat.