Gemeinde reagiert wegen Trockenheit sensibel

Mysteriöser Trinkwasserverbrauch in Eutingen im Gäu

An zwei Tagen ist der Wasserverbrauch in Rohrdorf und Weitingen mehrfach kurz stark gestiegen. Gemeinde und Gäuwasserversorgung suchen weiter nach dem Verursacher.

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Von Autor/in Cristina Priotto

Rätselraten in Eutingen im Gäu (Kreis Freudenstadt): In den Ortsteilen Rohrdorf und Weitingen haben die Gemeinde und die Gäuwasserversorgung am 13. August vormittags und abends sowie am 14. August vormittags im Trinkwassernetz plötzlich einen sehr hohen jeweils kurzzeitigen Anstieg des Wasserverbrauchs festgestellt.

Schwierige Suche nach der Ursache

Die Suche nach der Ursache gestaltete sich schwierig: Ein Wasserrohrbruch konnte ausgeschlossen werden, denn der erhöhte Verbrauch ist in klar abgegrenzten Zeitfenstern und nur an den zwei Tagen aufgetreten.

Eine bepflanzte Badewanne und ein abgeschalteter Trinkwasserbrunnen in Rohrdorf zeugen von Trockenheit.
An dieser bepflanzten Badewanne und dem abgeschalteten Trinkwasserbrunnen in Rohrdorf kann die plötzliche hohe Wasserentnahme an zwei Tagen im August nicht liegen. Die Gemeinde Eutingen im Gäu rätselt weiterhin, wer der Verursacher gewesen sein könnte. Cristina Priotto

Eine Entnahme per Wasserhahn oder Gartenschlauch kam aufgrund der Menge nicht in Betracht, teilt die Gemeinde mit. Rücksprachen mit Landwirten ergaben nichts. Auch bei Kontrollfahrten kam nichts heraus.

Bürgermeister: "Nicht jemandem Fehlverhalten unterstellen"

Eutingens Bürgermeister Markus Tideman (parteilos) sagte: "Es geht nicht darum, jemandem ein Fehlverhalten zu unterstellen". Denn eine Wasserentnahme in dieser Größenordnung könne legal erfolgen, etwa über ein Standrohr an einem Hydranten für Bauarbeiten, Reinigungsarbeiten, Bewässerung oder Befüllungen. "Uns geht es allein darum, die Ursache zu verstehen", erklärte Tideman.

Die Bürger sollten bei Beobachtungen Ort, Zeitpunkt und befüllte Fahrzeuge, Tankwagen, Fässer, Container, Standrohre an Hydranten oder laufendes Wasser melden. Dazu rief der Eutinger Bürgermeister über die Website, Facebook und Instagram auf. Ungewohnte Geräusche sowie Druckschwankungen im Leitungsnetz könnten ebenfalls Hinweise geben.

Bürger können weiterhin Tipps zu Verursacher geben

Tatsächlich erhielt die Gemeinde etliche Hinweise und Vermutungen: So mutmaßten einige Bürger, die Bewässerung von Sportplätzen oder das Befüllen von Pools könnten mögliche Gründe gewesen sein.

Ein Pool benötigt viel Trinkwasser, doch der plötzliche Wasserverlust in Eutingen im Gäu bleibt unerklärlich.
Am Befüllen von privaten Pools lag die hohe Wasserentnahme in Rohrdorf und Weitingen an zwei Tagen im August nach Erkenntnissen der Gemeinde Eutingen im Gäu und der Gäuwasserversorgung offenbar nicht. Cristina Priotto

Seit 14. August kein Wasserverlust mehr in Eutingen aufgetreten

Die Suche nach der mysteriösen Ursache zeigte noch keinen Erfolg: Seit vergangenem Freitagnachmittag (13. August) vermeldet die Gemeinde Eutingen im Gäu keine Auffälligkeiten mehr hinsichtlich des Trinkwasserverbrauchs. Die zunächst unerklärlich hohe Entnahme von Trinkwasser beschränkte sich somit auf zwei Tage.

Wir gehen davon aus, dass die Ursache oder der Verursacher nicht mehr aktiv sind und somit keine Gefahr mehr für den Betrieb des Wassernetzes besteht."

Ein abgeschalteter Trinkwasserbrunnen in Weitingen bei Eutingen im Gäu.
Alle Trinkwasserbrunnen in Weitingen sind abgeschaltet. Umso rätselhafter ist der plötzliche hohe Wasserverbrauch an zwei Tagen im August in dem Ortsteil der Gemeinde Eutingen im Gäu. Cristina Priotto

Bei Wasserendabrechnung kann man Verbrauch nachvollziehen

Und wie geht es jetzt weiter? "Weiterforschen können wir nicht. Wir stellen fest, dass die Wasserverbräuche nicht mehr abnormal sind. Wir gehen davon aus, dass es eine legale Wasserentnahme war", zeigt sich Markus Tideman zuversichtlich - und hofft weiterhin auf Hinweise. Wichtig sei, dass das Trinkwassernetz nicht in Mitleidenschaft gezogen worden sei.

Wenn sich daraus nichts ergibt, setzen Gemeinde und Gäuwasserversorgung darauf, spätestens mit der Jahreswasserabrechnung Anfang 2027 erkennen zu können, wer kurzzeitig so viel Wasser verbraucht hat.

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