Nach schwerer Krankheit ist der ehemalige Präsident des Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverbands (Dehoga) Ernst Fischer im Alter von 82 Jahren in Tübingen verstorben. Das teilte der Branchenverband am Mittwoch mit. Über Jahrzehnte prägte er die Entwicklung des deutschen Gastgewerbes und wurde für sein Engagement mehrfach ausgezeichnet.
Koch, Kosmopolit und prägende Stimme der Branche
Der gebürtige Geislinger machte zunächst eine Ausbildung zum Koch, unter anderem in internationalen Spitzenhäusern in Frankreich, England, Schweden und der Schweiz. Nach seiner Rückkehr machte er sich selbstständig - 1970 galt er laut Dehoga als jüngster Gastronom Deutschlands.
Zusammen mit seiner Familie führte er jahrzehntelang traditionsreiche Gastronomien, darunter das Landhotel "Hirsch"' in Tübingen-Bebenhausen.
Mit Ernst Fischer verliert das Gastgewerbe einen leidenschaftlichen Gastgeber, weitsichtigen Unternehmer, überzeugten Interessenvertreter.
Trinkgeldbesteuerung aufgehoben - Fischers Wirken bei der Dehoga
Schon 1996 war Fischer als stellvertretender Präsident des Dehoga-Bundesverbandes tätig. Von 2001 bis 2016 übernahm er schließlich die Leitung des Verbands. Während seiner Amtszeit war er unter anderem an der ermäßigten Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen von 19% auf 7% beteiligt.
Außerdem setzte er sich dafür ein, dass Trinkgeld nicht mehr besteuert wird. Für seine herausragenden Erfolge in der Hotel- und Gastronomiebranche und für die mittelständische Wirtschaft wurde Fischer unter anderem 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.
Trauer um Ernst Fischer ist groß
Die Dehoga trauert um ihren Ehrenpräsidenten: "Mit Ernst Fischer verliert das Gastgewerbe einen leidenschaftlichen Gastgeber, weitsichtigen Unternehmer, überzeugten Interessenvertreter, brillanten politischen Netzwerker und einen außergewöhnlichen Menschen.'' sagt der aktuelle Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Fischers Wirken strahle weit über die Grenzen der Branche hinaus, so Zöllick über seinen Vorgänger.