Ein 22- und ein 21-jähriger Mann stehen seit Montag in Hechingen vor Gericht. Sie sind wegen versuchten Mordes angeklagt. Die beiden Brüder sollen in einem Burladinger Stadtteil (Zollernalbkreis) versucht haben, Bauarbeiter zu töten.
Mit Auto auf Bauarbeiter zugefahren
Einer der Angeklagten soll laut Staatsanwaltschaft im Juni zuerst zu schnell an einer Baustelle in Burladingen-Gauselfingen vorbeigefahren sein. Als einer der Arbeiter dem Angeklagten ein Zeichen gab, langsamer zu fahren, soll der so erbost gewesen sein, dass er beschlossen habe die Arbeiter umzubringen. Laut Staatsanwaltschaft soll er auf die Männer zugefahren und über die Baugrube geschanzt sein. Die Arbeiter konnten demnach nur noch zur Seite springen, um sich zu retten.
Mit Feuerlöscher und Wagenheber auf Arbeiter losgegangen
Später soll der heute 22-jährige Angeklagte mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder zurückgekommen sein. Mit einem Feuerlöscher und einem Wagenheber sollen sie auf die Arbeiter eingeschlagen haben. Beide Parteien wurden bei der Auseinandersetzung leicht verletzt.
Angeklagte stellen sich als Opfer dar
Die beiden angeklagten Asylbewerber stellten die Auseinandersetzung vor Gericht anders dar. Einer der Männer räumte ein, dass er im Baustellenbereich zwar zu schnell und ohne Fahrerlaubnis gefahren sei - dafür entschuldigte er sich - allerdings hätte der "Chef" der Arbeiter zuerst ihn angegriffen, nicht andersherum. Die Arbeiter, die gerade dabei waren, Glasfaserkabel zu verlegen, hätten ihn aus dem Auto gezerrt. Der Angeklagte habe sich nur wehren wollen.
Sein Bruder bestätigte diese Aussage. Beide stellten sich als Opfer dar. Der "Chef" habe Lügen erfunden, um seinen Angriff auf die Angeklagten zu vertuschen. Diese Darstellung des Geschehens ließen die beiden gebürtigen Ukrainer über eine Dolmetscherin übermitteln.
Familie der Angeklagten ist wohl polizeibekannt
Der vorsitzende Richter wies darauf hin, dass mehrere Zeugen den Vorfall beobachtet hätten. Einige von ihnen hätten Angst vor der Familie der Angeklagten. Während des Prozesses stellte sich heraus, dass die Familie polizeibekannt ist. Immer wieder würden einzelne Mitglieder bei Familienangehörigen in verschiedenen Landkreisen untertauchen.
Am Dienstag sollen die Bauarbeiter vor Gericht aussagen. Ein Urteil ist für Anfang Dezember geplant.