Im Stuttgarter Zoo Wilhelma ist innerhalb kurzer Zeit bereits zum dritten Mal ein Koala gestorben. Das Weibchen Scarborough musste aufgrund einer Anämie Ende Januar eingeschläfert werden, teilte die Wilhelma am Mittwoch mit. In den vergangenen Monaten waren zwei andere Koalas in der Wilhelma gestorben. Diese hatten eingeschläfert werden müssen, weil sie an der Lunge schwer erkrankt waren. Hier hatten laut Wilhelma Bakterien namens "Bordetella bronchiseptica" Lungenentzündungen ausgelöst.
Wieder Lungen-Keime als Ursache?
Ob die gleichen Bakterien auch bei der Entstehung der Anämie des Koala-Weibchens eine Rolle gespielt haben, können die Tierärzte der Wilhelma weder bestätigen noch ausschließen. Der Keim sei an Scarborough nachgewiesen worden.
Wie ein Wilhelma-Sprecher erklärte, sind die Keime im Zusammenhang mit Haustieren wie Hunden oder Katzen bekannt und erforscht. Die Erkrankung, die die Bakterien auslösen, wird beispielsweise "Katzenschnupfen" genannt. Koalas sind Beuteltiere, wie sich die Keime auf sie auswirkten, sei weniger erforscht, so der Sprecher.
Zuchtprogramm der Koalas geht weiter
Die Koalas in der Wilhelma sind in der Australienwelt des Zoos Besucherlieblinge. Sie sind auch Teil eines Artenschutz-Zuchtprogramms. Durch die Todesfälle ist das Programm nun eingeschränkt, könne aber weiter laufen, sagt die Wilhelma. In dem Zoo leben noch zwei erwachsene Männchen, Aero und Navi, sowie das zeugungsfähige Weibchen Auburn. Das Jungtier von Aero und Auburn ist weiblich, es hat bisher keinen Namen und ist noch nicht zeugungsfähig.
Koalas jetzt gegen Keime geimpft
Die erwachsenen Koalas in der Wilhelma sind mittlerweile alle gegen das Bordetella-Bakterium geimpft, teilte die Wilhelma mit. Im Sommer soll auch das Jungtier geimpft werden. Ganz aus dem Zoo verbannen könne man das Bakterium nicht. "Das kommt in der Umgebung vor", heißt es aus der Wilhelma.