Bei Temperaturen bis zu 40 Grad

Probleme mit Müllabfuhr im Rems-Murr-Kreis: Darum blieben Biotonnen wochenlang stehen

In Teilen des Rems-Murr-Kreises wurde Müll bei Höchsttemperaturen längere Zeit nicht abgeholt. Die Kreisverwaltung zeigt sich zerknirscht und bedankt sich für die Geduld.

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Stand

Von Autor/in Maxim Flößer

Seit Anfang Juli ist in mehreren Bereichen des Rems-Murr-Kreises der Müll nur teilweise oder gar nicht abgeholt worden - bei Temperaturen von bis zu 40 Grad. Lutz Bühle und Marcus Siegel aus dem Vorstand der Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) räumen das Problem ein. "Uns ist klar, dass das für viele Bürger inakzeptabel war", sagt Bühle. Aber wie kann das sein, keine Müllabfuhr, mitten in der Hitze-Periode?

Mit der Ausschreibung eines neuen Vertrags begann das ganze "Übel", wie Siegel es ausdrückt. Denn der Vertrag mit dem früheren Abfallentsorger war ausgelaufen und musste neu ausgeschrieben werden. Denn bei Logistikleistungen wie der Müllabfuhr dürften solche Verträge höchstens acht Jahre lang laufen, hinzu komme eine mögliche Verlängerung um weitere drei Jahre.

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Müll und Frust haben sich angesammelt

Der neue Auftrag wurde eigentlich bereits 2024 vergeben, dadurch hatte das neue Unternehmen also zwei Jahre Zeit, "um sich neue Fahrzeuge zu beschaffen, Personal anzuheuern und dann auch sich auf das Gebiet vorzubereiten", sagt Siegel. "Dennoch müssen auch die Fahrer und die Lader erst mal die örtlichen Gegebenheiten kennenlernen", erklärt sein Vorstandskollege Lutz Bühle. Es gebe schwierige und enge Straßen und Wege, oft sei unklar, ob die Müllabfuhr überhaupt über die markierten Straßen fahren könne.

"Viele Einzelfälle, die dann auch in den ersten Wochen zu Zeitverzögerungen führen", erklärt Bühle dem SWR. Hinzu kämen die langen Fahrtwege in einer ländlichen Region wie dem Rems-Murr-Kreis. Das habe dazu geführt, dass sich letztlich immer Müll und zugleich Frust bei Bürgerinnen und Bürgern aufstaute.

Müllfirma ist für größeres Gebiet zuständig

Vier Wochen lang beobachtete die AWRM die Situation, erklären die beiden Vorstandsmitglieder, dann sein man eingeschritten. Denn ihr Unternehmen hafte als Auftraggeber auch für nicht ordnungsgemäße Müllentsorgung. Die AWRM habe die Entsorgungsfirma aufgefordert, alle stehengebliebenen Mülltonnen abzuholen. Das sei auch geglückt, weil die AWRM weitere Unternehmen dazugeholt und in Backnang ein Zwischenlager eingerichtet habe. So konnten sich die Müllentsorger die lange Fahrt zum Restmüllheizkraftwerk nach Stuttgart sparen.

Dass überhaupt zu Problemen nach dem Gebietswechsel kam, sei ärgerlich gewesen. Doch gerade wenn ein Unternehmen ein neues Gebiet abfahren müsse, sei das nicht selten. Auch nach der letzten Vergabe sei es zu Problemen gekommen, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß. Denn das heutige Entsorgungsgebiet ist mehr als drei Mal so groß wie vor zehn Jahren, berichtet Siegel.

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Tonne stehen geblieben? Müllfahrzeug rückt extra aus

Mittlerweile hat sich die Situation weitgehend normalisiert, insgesamt würden sich immer weniger Menschen beschweren. Es komme zwar immer noch dazu, dass einzelne Tonnen nicht abgeholt werden, räumt die AWRM ein. Doch dann rücke extra ein Fahrzeug aus, um die Tonnen zu leeren.

Vorstandsmitglied Lutz Bühle dankt den Bürgerinnen und Bürgern für ihre Geduld, aber auch dem Team des Entsorgungsunternehmens: "Dank an die Fahrer und Lader, insbesondere denen, die auf dem heißen Asphalt bei den hohen Temperaturen diesen Job trotzdem durchgezogen haben."

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Autor/in
Maxim Flößer
Maxim Flößer ist Redakteur im SWR Studio Stuttgart

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