Sabotage im Auftrag Russlands?

Nach Brand in Starlink-Station in Polen: Zwei Männer in Nürtingen festgenommen

Die Männer sollen für einen Brandanschlag Ende September verantwortlich sein. Aus Sicht der polnischen Regierung waren sie für einen ausländischen Geheimdienst tätig.

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Zwei mutmaßliche Saboteure, die einen Brandanschlag auf eine Starlink-Station in Polen verübt haben sollen, sind in Nürtingen im Kreis Esslingen festgenommen worden. Das hat der polnische Regierungschef Donald Tusk auf "X" mitgeteilt. Mehrere Medien haben am Dienstag über die Festnahme berichtet. Die "Schwäbische Zeitung" meldete, die beiden Männer seien am Bahnhof in Nürtingen festgenommen worden.

Polen: Sabotage-Akt im Auftrag Russlands

Außerdem soll die Polizei in Berlin-Spandau einen weiteren Verdächtigen gefasst haben, möglicherweise den Fahrer der beiden anderen Männer. Das meldete die "Bild"-Zeitung.

Wie die Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart am Dienstag auf Anfrage des SWR mitteilte, haben Spezialkräfte - unter Federführung des Staatsschutz- und Anti-Terrorismuszentrums Baden-Württemberg (SAT BW) - am Montagnachmittag die beiden Männer in der Nähe des Bahnhofs in Nürtingen festgenommen. Vorausgegangen sei ein Ersuchen Polens.

"Auf Antrag der polnischen Geheimdienste hat die deutsche Polizei zwei türkische Staatsbürger festgenommen, die verdächtigt werden, die Starlink-Station in Masowien angezündet zu haben", schrieb Tusk auf "X". Die mutmaßlichen Saboteure würden sich vor der polnischen Justiz verantworten müssen. Die Regierung in Warschau vermute, dass russische Geheimdienste hinter der Tat stehen.

Am 23. September war in einem Terminal des Satelliteninternetdienstes Starlink in Wola Krobowska 50 Kilometer südlich von Warschau ein Brand ausgebrochen. Die polnische Regierung sprach kurz danach von einem wahrscheinlichen Sabotageakt gegen die Station, die auch die Sicherheit des Internetbetriebs in der Ukraine gewährleiste.

Ukraine nutzt Starlink im Krieg gegen Russland

Der Ausfall der Station hätte zu Problemen mit der Internetversorgung führen können. Die Starlink-Satelliten werden von der Ukraine im Krieg gegen Russland genutzt. Polens Innenminister Marcin Kierwinski sagte, sobald die nun gefassten Tatverdächtigen nach Polen gebracht würden, werde man ihnen Sabotage und die Tätigkeit im Auftrag eines ausländischen Geheimdienstes zur Last legen.

Der Minister für die Koordinierung der Geheimdienste, Tomasz Siemoniak, betonte, es gebe "keinerlei Zweifel daran, dass hinter diesem Sabotageakt russische Geheimdienste stehen". Diese würden immer häufiger auf Personen zurückgreifen, die Verbindungen zur kriminellen Welt hätten.

Mutmaßliche Saboteure sollen ausgeliefert werden

Polens Polizeichef Marek Boron sagte, die Ermittler hätten nach dem Brandanschlag die Vorbereitungen auf die Tat sowie die Flucht der Täter vom Tatort rekonstruieren können. "Wir haben Aufzeichnungen gesichert, die auf diese konkrete Tat hinweisen. Wir verfügen über Fingerabdrücke, DNA-Spuren der Täter sowie Informationen darüber, wie sie sich bewegt haben, wann sie nach Polen eingereist sind und wann sie aus unserem Land ausgeflogen wurden", sagte Boron.

Seinen Angaben nach besitzt einer der Tatverdächtigen die türkische Staatsangehörigkeit und ist in Deutschland ansässig. Der andere Festgenommene habe ebenfalls die türkische Staatsangehörigkeit, für ihn gebe es eine Abschiebungsanordnung. Man hoffe aber, dass beide schnell an die polnischen Behörden überstellt würden.

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Stefanie Reinhardt
Reporterin Stefanie Reinhardt.

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