Ex-Manager von McLaren

Michael Leiters: Das ist der neue Porsche-Chef

Der ehemalige McLaren-Manager Michael Leiters übernimmt 2026 als neuer Porsche-Chef von Oliver Blume. Wer ist der Mann, der den Stuttgarter Autobauer aus der Krise führen soll?

Teilen

Stand

Oliver Blume tritt als Vorstandsvorsitzender des Sportwagenbauers Porsche ab. Sein Nachfolger wird der frühere McLaren-Chef Michael Leiters, wie das Unternehmen nach einer Aufsichtsratssitzung in Stuttgart mitteilte. Der 54-Jährige nimmt seine Arbeit zum 1. Januar 2026 auf.

Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche betonte Leiters' jahrzehntelange Erfahrung in der Autoindustrie. Leiters selbst sprach von einem "fantastischen Unternehmen" mit "ikonischen Sportwagen". Er freue sich darauf, "gemeinsam die einzigartige Geschichte von Porsche fortzuschreiben".

Michael Leiters: Mann mit Porsche-Stallgeruch

Der 54-jährige Leiters ist bei Porsche kein Unbekannter. Er war zwischen 2000 und 2013 insgesamt 13 Jahre bei dem Unternehmen tätig und kam zu den Schwaben in der Ära von Wendelin Wiedeking. Er war dessen Assistent und galt manchen auch als sein Ausputzer. Die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch kennen den promovierten Maschinenbauer, der an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen studierte, gut. Er genieße ihr Vertrauen, hieß es in der Vergangenheit über den Manager. Dem Vernehmen nach hatten sie als Blume-Nachfolger einen externen Kandidaten bevorzugt.

Porsche-Gesamtbetriebsrat Ibrahim Aslan sagte: "Mit Dr. Michael Leiters bekommen wir einen ehemaligen Porscheaner, den wir als äußerst kompetent und verlässlich kennengelernt haben." 

Analytischer Manager mit Erfahrung im Sportwagen-Geschäft

Leiters hatte sich bei dem Sportwagenbauer hochgearbeitet. Menschen, die ihn kennen, beschreiben ihn als analytischen und strategischen Manager. Der zweifache Familienvater gilt als Verfechter von Leichtbau. Sein Name wird bei Porsche vor allem mit dem Cayenne und gleichfalls mit dem Macan in Verbindung gebracht. Der Blume-Nachfolger verließ den Sportwagenbauer in der Zeit, als Matthias Müller an der Spitze der Schwaben stand. 2014 wurde er zunächst Technikchef bei Ferrari, bevor er 2022 zu McLaren wechselte. 

Bereits im April hatte Leiters als Chef des britischen Sportwagenherstellers McLaren aufgehört und kann daher kurzfristig bei Porsche übernehmen. Noch-Vorstandschef Blume sagte über seinen Nachfolger, er sei ein erfahrener Profi im Sportwagen-Geschäft. Sowohl Ferrari als auch McLaren sind deutlich kleiner als Porsche. McLaren verkaufte zuletzt wenige Tausend Autos pro Jahr und machte damit einen Umsatz von einigen Hundert Millionen Pfund.

Baden-Württemberg
Ein Mitarbeiter der Porsche AG montiert in einer Produktionshalle des Porsche-Stammwerks einen Porsche Taycan. Tausende Stellen in der deutschen Autoindustrie wurden 2024 abgebaut. Welche Herausforderungen müssen Hersteller angehen, um aus der Krise zu kommen?

So will die Landesregierung den Strukturwandel gestalten Stellenabbau bei Bosch, Trumpf und ZF: BW vom Autoland zum Gesundheitsriesen?

Ob Porsche, Bosch, ZF oder Trumpf – Der Stellenabbau hat Baden-Württemberg erwischt. Die Landesregierung will den Strukturwandel gestalten und setzt auf die Gesundheitsbranche.

Guten Morgen Baden-Württemberg SWR1 Baden-Württemberg

Viele Aufgaben für neuen Porsche-Chef

Aufgaben für Leiters gibt es bei Porsche genug: Aus dem erfolgsverwöhnten Sportwagenbauer ist ein Unternehmen im Krisenmodus geworden. Der Absatz ließ zuletzt zu wünschen übrig, vor allem in China lief es deutlich schlechter. Auch die US-Einfuhrzölle belasten das Geschäft. Wegen des schleppenden Wandels zur E-Mobilität musste Porsche auch seine E-Strategie ändern - und setzt nun wieder mehr auf Verbrenner und Hybrid-Antriebe. Doch damit sind Investitionen in Milliardenhöhe verbunden. 

Der Gewinn rauschte zuletzt in den Keller. Der Konzernüberschuss von Januar bis Juni lag bei 718 Millionen Euro - das waren 71 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Deshalb plant Porsche, in der Region Stuttgart 1.900 Stellen zu streichen. Ein weiteres Sparprogramm soll in den kommenden Wochen verhandelt werden. Dabei dürfte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur neben zusätzlichen Stellenstreichungen auch die Jobsicherung zur Debatte stehen.   

Baden-Württemberg
Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG und Porsche AG, aufgenommen bei der Jahrespressekonferenz der Volkswagen Group.

Wechsel beim Sportwagenbauer Porsche bekommt neuen Chef: Blume hört auf - Leiters folgt beim Stuttgarter Autokonzern

VW-Konzernchef Oliver Blume wird zum Jahreswechsel sein Amt als Chef von Porsche abgeben. Auch sein Nachfolger kennt sich als ehemaliger Manager von McLaren mit schnellen Autos aus.

SWR Aktuell Baden-Württemberg SWR BW

Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG - und der Volkswagen AG, bei einem Vortrag vor dem Porsche-Logo.

Spekulationen über Abgang bei Porsche Blume: Doppelrolle als Chef von VW und Porsche "ist nicht für die Ewigkeit ausgelegt"

Oliver Blume steht seit drei Jahren an der Spitze von Porsche und VW. Diese Konstellation sei bewusst gewählt worden - aber nicht für die Ewigkeit ausgelegt, so Blume.

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg

Stuttgart
Porsche ist auf Sparkurs. Das könnte auch die Jobgarantie des Sportwagenbauers betreffen. (Symbolbild)

Krise in der Autoindustrie Sparkurs bei Porsche: Kippt die Jobgarantie des Sportwagenbauers?

Der Sportwagenbauer Porsche steht unter Druck. Jetzt verhandeln Management und Arbeitnehmer über weitere Einschnitte. Dabei steht wohl auch die Jobgarantie zur Debatte.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
SWR

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!