Nachdem ein Krokodil in der Stuttgarter Wilhelma mehrere Gegenstände aus Plastik hervor gewürgt hatte, will der zoologisch-botanische Garten ein engmaschiges Netzgitter im unteren Bereich des Doppelzauns anbringen. Damit sollen keine Gegenstände mehr aus Versehen in das Gehege fallen können, sagte Wilhelma-Sprecher Birger Meierjohann am Mittwoch dem SWR. Wann das Netzgitter montiert werden wird, stehe noch nicht fest. Die Tierrechtsorganisation PETA hatte am Montag ein Video veröffentlicht, in dem ein Krokodil zu sehen ist, das Plastikgegenstände ausspuckt. Darüber hatte zunächst die "Stuttgarter Zeitung" berichtet.
Wilhelma: Krokodil schnappt häufiger nach Gegenständen
Das 26 Jahre alte Krokodilweibchen Tong sei in der Vergangenheit schon häufiger dabei beobachtet worden, wie es nach Gegenständen im Gehege schnappt. Es sei immer Grund zur Sorge, wenn Tiere Fremdkörper aufnehmen, so die Wilhelma. Das Leistenkrokodil würge aber die Gegenstände, die es nicht verdauen kann, wieder heraus. Das sei ein normaler Schutzmechanismus und daher an sich nicht gefährlich, so der Pressesprecher Birger Meierjohann.
Die meisten Besucherinnen und Besucher würden nichts absichtlich ins Gehege werfen, oftmals passiere das aus Versehen, so der Zoo-Sprecher. Sein Appell: sich gleich bei der Wilhelma melden, dann könnten die Tierpfleger die Gegenstände sofort mit einem Kescher wieder herausholen. Manchmal seien aber die Krokodile schneller. Im Gegensatz zum Krokodilweibchen Tong interessiere sich das Männchen nicht so sehr für Plastik.
Eisbär Anton starb an verschluckter Jacke
Die Tierrechtsorganisation PETA kritisiert unterdessen, dass verschluckte Gegenstände zu Stress und Verletzungen führen können. Die Gehege seien nicht ausreichend davor geschützt, dass Gegenstände hineinfallen.
Im Jahr 2014 hatte Eisbär Anton in der Stuttgarter Wilhelma einen Rucksack und eine Jacke verschluckt. Kurze Zeit darauf starb er an einer Darmentzündung.