"Nicht richtiger Zeitpunkt für dieses Projekt"

Aus für Stuttgart-Sign? CDU distanziert sich von bis zu 470.000 Euro teurem Schriftzug

Trotz massiver Sparmaßnahmen wollte der Stuttgarter Gemeinderat bis zu 470.000 Euro für einen Stuttgart Schriftzug ausgegeben. Die Empörung war groß. Nun rückt die CDU davon ab.

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Von Autor/in Hendrik Huber

Die Stuttgarter CDU will von dem Schriftzug, dem sogenannten Stuttgart-Sign, Abstand nehmen. Das kündigte Alexander Kotz, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stuttgarter Gemeinderat, beim Sommerempfang am Mittwochabend an. Dabei hatte der Stuttgarter Gemeinderat erst im Dezember 2025 bis zu 470.000 Euro für einen großen Stuttgart-Schriftzug mit LED-Beleuchtung freigegeben. Jetzt der Kurswechsel: Die knappe halbe Million soll an die vier Schwimmbäder gehen, denen das Aus in der kommenden Saison droht.

Statt zweiter Schriftzug: Rettung für vier Schwimmbäder?

In der Stuttgarter Königstraße gibt es bereits einen Stuttgart-Schriftzug. Dieser hat laut Stuttgart-Marketing 63.000 Euro gekostet. Trotz massiver Einsparungen der Stadt sollte ein neuer und größerer Schriftzug am Marktplatz entstehen. Jetzt heißt es seitens der CDU-Fraktion, dass es nicht der richtige Zeitpunkt für dieses Projekt sei und Wichtigeres anstehe. Nicht dogmatisch, sondern pragmatisch wolle man auftreten.

Die halbe Million soll jetzt für die vier Schwimmbäder ASV Botnang, MTV Stuttgart, SSV Zuffenhausen und SV Cannstatt verwendet werden. Bislang sind die Schwimmbäder mit rund 1,4 Millionen Euro von der Stadt bezuschusst worden. Ab 2027 soll es nur noch die Hälfte geben: rund 700.000 Euro.

Freibadverwalter ASV Botnang: Ein Träumchen

Als Andreas Gölz, der ehrenamtliche Freibadverwalter des ASV Botnang, von dem Vorschlag der CDU hört, ist er "vollkommen überrascht." Er sagt: "Überall war die Meinung, wozu braucht man eine halbe Million Euro für das Stuttgart-Sign. Ich glaube, das ist angekommen bei den Stadträten." Wenn die CDU jetzt im Stadtrat tatsächlich den Vorschlag beschließen kann, "wäre das ein Träumchen".

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Ende Juni hatten sich die vier Schwimmbadvereine zusammengesetzt und nochmal 400.000 vom 700.000 Euro Defizit versucht einzusparen. Wenn die Gelder vom Stuttgart-Sign für die Schwimmbäder herangezogen werden könnten, wäre das die Rettung für die vier Schwimmbäder, sagt Gölz: "Die Saison wäre gesichert" - allerdings nur die nächste. Gölz hofft, dass die Stadt langfristig denkt und die Schwimmbäder auch in Zukunft unterstützt. Diese Einmalzahlung löse nämlich nicht die Frage, wie die Schwimmbäder ab 2028 finanziert werden sollen.

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Hendrik Huber
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