Die Stadt Esslingen hat am Freitag ihre neuen vollelektrischen Linienbusse vorgestellt. Bis Ende 2026 will die Stadt vollständig auf emissionsfreie Busse umsteigen. Nach ihren Angaben sei sie damit die erste Stadt Deutschlands mit einem komplett elektrischen Linienbusverkehr. Die Busflotte, die bisher aus zehn elektrischen Fahrzeugen besteht, soll bis Ende dieses Jahres um 52 weitere Busse erweitert werden. Diese sind mit kleinen Batterien ausgestattet und laden über eine Oberleitung.
Esslingen lässt Busse an Oberleitungen fahren
Die Stadt Esslingen gehört neben Solingen (Nordrhein-Westfalen) und Eberswalde (Brandenburg) zu drei Städten in Deutschland, die auf die Oberleitungstechnik setzen. In Ländern wie der Schweiz, Österreich und Italien sei diese Technik weit verbreitet, teilt die Stadtverwaltung mit. "Man kann mit Oberleitungsbussen mit einer deutlich kleineren Batterie fahren", sagt Oberbürgermeister Matthias Klopfer (SPD) dem SWR. Der Vorteil: Die Busse seien leichter als reine Batteriebusse und könnten während des Fahrens laden. Ohne Verbindung zur Oberleitungstechnik würde die Batterie für rund 30 Kilometer ausreichen.
Ich bin mir sicher, dass andere Städte diesem Beispiel folgen werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg sei in Esslingen die Straßenbahnschiene zurückgebaut worden und daraus die Oberleitungsinfrastruktur für die Busse entstanden, erklärt Klopfer. Heute gebe es rund 29 Kilometer, die bis Ende 2026 um weitere fünf Kilometer erweitert werden sollen. "Ja, wir müssen jetzt die Oberleistungsmasten einmal setzen, aber das ist für viele, viele Jahrzehnte auch zukunftsfest", sagte er. Es sei eine stabile, verlässliche Technik und er gehe davon aus, dass andere Städte sich daran ein Beispiel nähmen.
Stadt bekommt mehr als 27 Millionen Euro Fördergeld
Am Freitag übergab der tschechische Hersteller Škoda die ersten Busse an die Stadt Esslingen. Für den Ausbau werden insgesamt rund 41,5 Millionen Euro benötigt, sagt OB Klopfer. Die Stadt erhalte vom Bund Fördermittel in Höhe von 27 Millionen Euro. Das sei die höchste Einzelförderung, die sie bislang erhalten habe, sagt Klopfer. Eine weitere Förderung für sechs Busse bekommt die Stadt vom Land.