Keine Angst vor Tod und Sterbebegleitung

Esslingen: Warum Florian ein FSJ im Hospiz macht

Florian Rausch hat für sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) einen besonderen Ort gewählt: das Hospiz Esslingen. Seine Entscheidung hat er bislang nicht bereut.

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Florian Rausch (24) aus Esslingen macht sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in einem Hospiz der Diakonie. Er wollte etwas Sinnvolles nach der Schule machen und mit und für Menschen arbeiten. Eher durch Zufall ist Florian dann über das Internet auf Angebote der Diakonie gestoßen und hat sich für das Hospiz in Esslingen beworben. Dort ist er mit offenen Armen empfangen worden: Er ist der erste junge Mann, der sich hier für ein FSJ beworben hat.

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Florian: "Es gibt auch völlig normale Momente im Hospiz"

Insgesamt acht Zimmer gibt es im Hospiz, alle sind zur Zeit belegt. Die Gäste bleiben unterschiedlich lange bis zu ihrem Tod - ein paar Tage oder auch ein halbes Jahr. In seinem Freundeskreis hat Florians Entscheidung für das Hospiz für Überraschung gesorgt. "Viele stellen sich das alles sehr dunkel und anders vor, als es eigentlich ist", erzählt der 24-Jährige. "Es gibt natürlich Momente, wo man traurig ist, wenn Gäste gehen. Aber normalerweise ist die Stimmung eher positiv und man hat eigentlich immer schöne Tage."

Florian Rausch macht sein FSJ im Hospiz

Florian redet und hilft - oder er sitzt am Bett und ist einfach nur da

Schön sollen die letzten Tage im Hospiz ja auch sein. Florian versucht es den Gästen so schön und gut wie möglich zu machen. Aber als Teil des Teams hat er auch viele hauswirtschaftliche Aufgaben: Wäsche waschen, bügeln, kochen, Essen vorbereiten, eventuell die Gäste beim Essen auch unterstützen. Einen Großteil seiner Zeit verbringt er aber im Zimmer oder am Bett der Gäste.

Florian macht das ganz selbstverständlich und sehr sensibel. Regelmäßig geht er in die Zimmer, bietet etwas zu trinken an oder eine warme Decke. Er plaudert aber auch über Fußballergebnisse oder das Wetter - oder sitzt einfach am Bett und schweigt, ist einfach da. Es gebe aber auch Themen, über die die Gäste nicht mit Angehörigen sprechen wollen, sagt Florian. Dann würden sich die Gäste dem Pflegepersonal anvertrauen.

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Mein Blick aufs Leben hat sich entspannt. Der Blick auf den Tod auch.

Florian hat seinen Vertrag in Esslingen verlängert

Sein Blick aufs Leben habe sich entspannt, sagt er. Und sein Blick auf den Tod auch. Er fühle sich im Hospiz Esslingen wohl. Deswegen hat er kürzlich seinen Vertrag verlängert. Zudem habe es mit dem Studienplatz für das aktuelle Semester noch nicht geklappt. Eine bessere Überbrückung bis zum Studium könne er sich nicht vorstellen. Die Diakonie freut sich auch. "Florian hat einen guten Humor für die Menschen hier", sagt Hospiz-Leiterin Susanne Kränzle. Er passe gut hierher. Eine Win-Win-Situation für alle: Florian, die Diakonie und die Gäste.

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SWR

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