Wer unterwegs eine öffentliche Toilette sucht, steht oft vor zwei Fragen: Wo ist das nächste WC und wie sauber ist es? Gerade mit Kind oder Erkrankungen wie Inkontinenz oder Reizdarm können diese Fragen zum dringenden Problem werden. Maurice Skubski aus Renningen im Kreis Böblingen arbeitet mit seiner App "peefinder" an einer Lösung.
Öffentliche Toiletten: aus Urlaubsfrust wird zündende Idee
Im Italienurlaub vor einigen Jahren werden Maurice Skubski und seine Familie in dringenden Momenten immer wieder böse überrascht. "Wenn man vorher wüsste, wie die Toilette aussieht, dann kann man sagen, jetzt halte ich hier an und jeder kann aufs Klo gehen“, so der IT-Experte. Seine Idee: Eine Karte, die nicht nur die nächsten Toiletten zeigt, sondern auch, wie sauber sie sind.
Einige Zeit liegt die Idee auf Eis. Skubski arbeitet zwar in der IT-Branche, kann aber nicht programmieren - und das ist zeitaufwendig. Dann trifft er auf einen fleißigen Helfer: Die KI. Skubski beauftragt die KI, indem er einen ersten "Prompt" schreibt, und ist begeistert: "Sie macht eigentlich genau das, was ich haben möchte. So gut hätte ich nie programmieren lernen können." Die KI sammelt freie Daten zum Standort öffentlicher Toiletten und fügt sie zu einer Karte zusammen.
Community-Aufgabe: Toiletten bewerten
Der Kern von Skubskis Vision fehlt aber noch: die Bewertungen der Toiletten. Schließlich geht es ihm vor allem darum, WCs zu finden, die man auch benutzen möchte. Dafür braucht er reale Helferinnen und Helfer wie seine Schwägerin Bianca Kauffmann. Wenn sie unterwegs eine unbewertete Toilette findet, zückt sie ihr Handy. Eine öffentliche Toilette am Bahnhof in Renningen fällt jüngst durch - zu schmutzig, dunkel und stinkend. "Da würde ich mein Kind, auch wenn es muss, nicht reingehen lassen." Ihre abschließende Bewertung: ein Stern. Einen kleinen Pluspunkt gibt es aber, die Toilette ist immerhin rollstuhlgerecht.
Dem Thema Barrierefreiheit möchte Skubski in seiner App insgesamt mehr Aufmerksamkeit schenken. Er habe eine Anfrage aus der Community bekommen, auch Plätze zum rollstuhlgerechten Parken in die App aufzunehmen. Daran arbeite er gerade.
"peefinder": Toiletten auch auf Schwäbisch finden
Ein kleines "Schmankerl" hat Skubski für alle schwäbischen Nutzerinnen und Nutzer verbaut. Als er die KI bittet, die App auf Sprachen wie Italienisch und Spanisch zu übersetzen, fragt er die KI, ob sie eigentlich auch Schwäbisch könne. "Sie hat mit ein paar Texten geantwortet und die waren echt gut," lacht Skubski. Wer möchte, kann das nächste "öffentliche Häusle" jetzt also auch auf Schwäbisch finden.