Beim Dönerfleisch-Produzenten Birtat in Murr (Kreis Ludwigsburg) haben sich Arbeitgeber und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf einen Tarifvertrag geeinigt. Das teilten beide Seiten am Freitag in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Die Gewerkschaft feiert den Abschluss als ersten in der deutschen Dönerfleischindustrie.
Birtat in Murr: Einstiegslohn von 2.600 Euro brutto
Die Einigung, die nach zwölf Stunden Verhandlungen erzielt worden war, sieht unter anderem einen Einstiegslohn von 2.600 Euro brutto vor. Außerdem sollen die Löhne in bis zu zwei Stufen erhöht werden, um bis zu 17 Prozent. Das soll bis zum Ende der Laufzeit des Tarifvertrags zum Jahresende 2026 passieren. Zudem soll ein Manteltarifvertrag aufgesetzt werden.
Bei der Belegschaft traf das Ergebnis auf Zustimmung: In einer zweiten Urabstimmung waren rund 90 Prozent der befragten NGG-Mitglieder dafür, den Tarifvertrag anzunehmen.
Tarifverhandlungen vertagt Murr: Belegschaft bei Döner-Hersteller Birtat streikt weiter für Tarifvertrag
Eigentlich sollte es am Donnerstag Tarifgespräche geben. Das hat Döner-Hersteller Birtat abgelehnt. Der Streit in Murr geht in eine neue Runde.
Beide Seiten betonten, dass die Verhandlungen kein einfacher Weg gewesen seien. Aber man habe gezeigt, dass man trotz unterschiedlicher Ausgangspunkte gemeinsam Lösungen finden konnte. "Dieser Tarifabschluss ist ein historisches Ergebnis in der Dönerfleischbranche und ein Erfolg der Beschäftigten", teilte NGG-Verhandlungsführerin Magdalena Krüger mit. Cihan Karaman, Pressesprecher der Meat World SE, zu der Birtat gehört, sagte: "Wir sind davon überzeugt, dass dieser Tarifabschluss ein wichtiges Signal an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist, um unsere Wertschätzung für ihre harte und gute Arbeit auszudrücken."
Döner-Produktion: Einigung nach monatelangem Tarifstreit
Seit Februar hatte die Gewerkschaft für einen Tarifvertrag gekämpft. Zuvor waren laut Gewerkschaft die Löhne einzeln verhandelt worden. Das Unternehmen hatte die Forderungen allerdings bis zuletzt zurückgewiesen. Nach dem elften Warnstreik und massivem Druck seitens der Arbeitnehmer stimmte der Fleischproduzenten nun doch zu.