Beim Warnstreik fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, kurz NGG, 375 Euro mehr Lohn für alle und eine tarifliche Regelung bei der Vergütung. Obwohl die knapp 115 Beschäftigten beim Dönerfleisch-Hersteller Birtat in Murr (Kreis Ludwigsburg) bereits seit Februar verhandeln und streiken, hat der Arbeitgeber den Abschluss eines Tarifvertrags bislang ausgeschlossen. Birtat ist eine der größten Dönerfabriken in Deutschland. Die Döner-Spieße werden europaweit verkauft.
Während des Warnstreiks am Mittwoch wird laut NGG eine Urabstimmung unter den Gewerkschaftsmitgliedern durchgeführt. Die NGG-Mitglieder bei Birtat stimmen dabei über eine Ausweitung der Maßnahmen im Arbeitskampf ab. Ziel sei es nach wie vor, sich auf einen ersten Tarifvertrag zwischen Gewerkschaft und Unternehmen zu einigen.
In den vergangenen Verhandlungsrunden habe der Dönerfabrikant keinen Willen gezeigt, eine Einigung zu erzielen, sagt die Gewerkschaft. Die Arbeitgeberseite bevorzugt anstatt einer tariflichen Vergütung ein betriebliches "Eingruppierungssystem", welches sie ausschließlich mit dem Betriebsrat verhandeln will.
Momentan gibt es eine individuelle Vergütung bei Birtat. Diese sei "völlig willkürlich" und entscheide sich durch persönliche Beziehungen und Verhandlungsgeschick, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft beim Streik im Juli dem SWR.
Die Döner-Spieße von Birtat werden für die Auslieferung bei Minus 35 Grad schockgefrostet. Ob auch die Stimmung zwischen Gewerkschaft und Unternehmen weiter frostig bleibt, wird sich zeigen.